»Nei­ge, HERR, dein Ohr und höre! Öff­ne, HERR, dei­ne Augen und sieh her!«
(2. Köni­ge 19,16 – Monats­spruch August 2021)

Lie­be Geschwis­ter, lie­be Freunde!

Schrift­li­che Mit­tei­lun­gen haben ein eige­nes Gewicht. Was wir schwarz auf weiß zu lesen bekom­men, beein­druckt uns: Eine auf­wüh­len­de Nach­richt in der Zei­tung, aber auch der ableh­nen­de Bescheid einer Behör­de, eine Kün­di­gung, ein ärzt­li­cher Befund, eine uner­war­tet hohe Rech­nung. Sol­che Mit­tei­lun­gen gehen uns ans Herz und an die Nieren.

Das Gebet, das uns in die­sem Monat beglei­tet, stammt aus dem Her­zen und dem Mund des Königs Hiskia (um 700 v. Chr. in Jeru­sa­lem). Er hat­te einen Brief mit nie­der­schmet­tern­den Fak­ten bekom­men. San­he­rib, der König Assy­ri­ens, ließ ihm aus­rich­ten, dass die Tage des Reichs Juda gezählt sei­en und kein Gott die­ser Welt es ver­hin­dern wür­de. Dabei zähl­te San­he­rib die Völ­ker auf, die er bereits erobert hat­te. Die Fak­ten der Geschich­te sprä­chen gegen Hiskia und das Volk Juda.

Was mach­te Hiskia damit? Hiskia hat­te sicher Angst vor dem, was er gele­sen hat­te. Die Aus­ein­an­der­set­zung mit den Assy­rern mach­te ihn fer­tig, wie man in 2. Köni­ge 18+19 nach­le­sen kann. Aber Hiskia wuss­te auch, dass er mit allem zu Gott kom­men konn­te. Er nahm den Brief mit in den Tem­pel und brei­te­te ihn vor dem HERRN aus.

Die­se Ges­te berührt mich sehr. Sie zeigt, wie ein­fach und selbst­ver­ständ­lich wir mit dem umge­hen kön­nen, was uns zu schaf­fen macht. Eine schrift­li­che Nach­richt, eine Mail, eine Mes­sa­ge, eine Gesprächs­no­tiz – wir kön­nen und dür­fen es buch­stäb­lich vor Gott hin­le­gen und aus­brei­ten. Den schwie­ri­gen Brief kön­nen wir vor einem Kreuz offen aus­brei­ten. Das Smart­pho­ne mit der bösen Nach­richt kön­nen wir auf die eige­ne auf­ge­schla­ge­ne Bibel legen. Und wir dür­fen beten: »Nei­ge, HERR, dein Ohr und höre! Öff­ne, HERR, dei­ne Augen und sieh her!« In solch einer Ges­te und dem Gebet kommt unser Glau­be an Jesus Chris­tus zum Ausdruck.

Wir glau­ben an einen HERRN, der lebt. Jesus Chris­tus hat den Tod über­wun­den. Das unter­schei­det ihn von allem ande­ren, was in die­ser Welt gedacht, geglaubt und für rich­tig gehal­ten wird. Kei­ne Macht der Welt kann ihn über­win­den. Er ist der HERR in Ewigkeit.

Wir glau­ben an einen HERRN, der sei­ne Kin­der in ihrer Not hört und sieht. Wir kön­nen mit Hiski­as Wor­ten beten, weil wir wis­sen, dass unser Vater im Him­mel uns so unend­lich liebt. Er hat sei­ne Kin­der im Blick. Er hört ihnen zu. Er bekommt mit, was sie beschäf­tigt und ihnen zusetzt. Und weil sie sei­ne gelieb­ten Kin­der sind, setzt es auch ihm zu.

Wir glau­ben an einen HERRN, der sich sei­ne Ehre nicht rau­ben lässt. Es geht Gott an sei­ne Ehre, wenn sei­ne Kin­der unge­recht behan­delt wer­den. Wenn sie bedroht wer­den, weil sie an ihn glau­ben. Der HERR küm­mert sich um sei­ne Kinder.

Damit sind nicht alle unse­re Nöte und Pro­ble­me sofort besei­tigt. Aber wenn wir wie Hiskia han­deln und beten, sind unse­re Anlie­gen dort, wo sie hin­ge­hö­ren: in den Hän­den und auf dem Her­zen unse­res HERRN. Wir dür­fen dann erwar­tungs­voll sein, wie unser HERR hilft.

Jesus Chris­tus, unser HERR, seg­ne und stär­ke Sie in die­sen Sommerwochen!

Hans-Her­mann Schole