»Ich wäre ger­ne die hells­te Ker­ze auf der Torte…

… und ich hät­te ger­ne alle mei­ne Tas­sen im Schrank.« Die­ser Gedan­ke schoss mir kürz­lich durch den Kopf, als ich wie­der ein­mal von einem anstren­gen­den Ein­kauf zurück kam.

Jeden Mor­gen, bevor ich das Haus ver­las­se, neh­me ich mir vor, ein ange­neh­mer Mit­mensch für ande­re zu sein. Ich will mich nicht über ande­re auf­re­gen. Din­ge, die ich sowie­so nicht ändern kann, möch­te ich gelas­sen hin­neh­men und will mich nicht aus der Ruhe brin­gen las­sen. Manch­mal gelingt mir das sogar, aber nicht annä­hernd so oft, wie ich es mir vornehme.

In War­te­schlan­gen Han man im Moment beson­ders viel Zeit, die Leu­te mal genau­er anzu­se­hen. Mir kom­men dann ab und zu die­se Bewer­tun­gen in den Sinn: »Der ist ja nicht gera­de die hells­te Ker­ze auf der Tor­te« oder: »Die hat ja nicht alle Tas­sen im Schrank.«

So man­ches Mal stel­le ich dann aber auch mit Schre­cken fest, das ich selbst gera­de in einem Fett­napf fest­ste­cke, weil ich anstatt auf mich selbst auf­zu­pas­sen, nur mit ande­ren beschäf­tigt bin.

Am Abend beken­ne ich Gott dann, dass ich wie­der nicht mei­nen Ansprü­chen genügt habe und dass ich sel­ber es war, die mir die Ruhe geraubt hat­te, nicht ande­re. – Gott sagt: »Weiß ich« und sein Ange­bot, bei ihm zur Ruhe zu kom­men, sind unein­ge­schränkt. In Mat­thä­us 11,28 heißt es: »Kommt her zu mir, die ihr müh­se­lig und bela­den seid…« Ich darf alles bei ihm able­gen, selbst die Last, die ich mir sel­ber bin. Nah bei ihm darf ich aus­ru­hen vom Tag. – Mor­gen ver­su­che ich trotz­dem wie­der, es bes­ser zu machen.

G.R.