Heu­te mor­gen wach­te ich mit einem Bild vor Augen auf. Gott hielt den gan­zen Erd­ball behut­sam in sei­nen Hän­den. Mir fiel sofort ein altes Lied dazu ein: »He’s got the who­le world in his hand…« Lied und Bild hat­ten etwas Tröst­li­ches an sich. Vor­aus­ge­gan­gen war näm­lich ein Alb­traum, in dem ich ver­zwei­felt ver­such­te, mein Leben zusam­men zu hal­ten. Immer wie­der ent­glitt mir etwas, das ich panisch ver­such­te, wie­der ein­zu­fan­gen und fest­zu­hal­ten, um es an den Ort zu brin­gen, wo es hin­ge­hör­te. Dann über­fiel mich eine gro­ße Angst, mich selbst zu ver­lie­ren oder sogar ganz aus mei­ner Welt zu fallen. 

Eigent­lich spie­gelt der Traum wider, wie ich mei­nen All­tag in den letz­ten Mona­ten in die­ser Pan­de­mie­zeit erle­be. Neben all­dem, was sich täg­lich ver­än­dert, neu orga­ni­siert wer­den muss oder schlicht­weg nicht mehr da ist, ver­su­che ich, mög­lichst viel Ver­trau­tes in Sicher­heit zu brin­gen. Und dann ist da die­ses Gefühl, mein Gleich­ge­wicht zu ver­lie­ren und her­aus­zu­fal­len aus mei­ner Welt.

Manch­mal füh­le ich mich wie eine Metall­ku­gel in dem Geduld- und Geschick­lich­keits­spiel »Laby­rinth«. Das Ziel fest vor Augen mache ich mich auf den Weg. Dann, »klack«, fal­le ich in ein Loch und muss wie­der von vor­ne begin­nen. Oder ich gera­te in eine Sei­ten­gas­se, die mich vom Ziel abbringt. Dop­pelt übel ist es, in ein Loch in der Sei­ten­gas­se zu fallen.

Das Bild von heu­te mor­gen wird mich durch die Advents­zeit beglei­ten. Auch wenn sich alles ändert, Gott bleibt der sel­be und ich darf mich in sei­ne Hand fal­len las­sen, anstatt ver­zwei­feln zu müssen.

G.R.