Wir haben mit E‑Mail und Kurz­nach­rich­ten­diens­ten eine schnel­le­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­keit als jede ande­re Genera­ti­on vor uns. Und doch: Man schreibt anders, ich jeden­falls. Bestimm­te Inhal­te eig­nen sich eher für einen Brief. Zumal es mir Freu­de macht, län­ger nach­zu­den­ken, zu fei­len und zu schrei­ben. Das mache ich bei einer E‑Mail nicht so.

Einen Brief zu erhal­ten, das ist eine ganz ande­re Freu­de. Viel­leicht schön geschrie­ben auf einem sorg­sam aus­ge­wähl­ten Papier. Viel­leicht aber auch nur zwei Blatt aus einem Block. selbst schrei­be ich eini­ge Brie­fe mit der Hand, die meis­ten aber inzwi­schen am Com­pu­ter. Das erleich­tert man­chen die Lektüre.

Wenn ich einen Brief schrei­be, dann gehört ja auch dazu, dass ich von mir berich­te, wie es mir geht, was mich beschäf­tigt. Dies emp­fin­de ich als zuneh­mend hilf­reich, denn es ist eine Chan­ce zur Refle­xi­on: Wofür bin ich dank­bar, was macht mich froh. Viel­leicht auch: Was bedrückt mir oder wor­über sor­ge ich mich.

Herz­li­che Ein­la­dung: Schrei­ben Sie doch mal wie­der einen Brief (oder eine Brief­kar­te) an einen lie­ben Men­schen, viel­leicht auch an jeman­den aus der Gemein­de, der ein­mal Post haben soll­te. Viel­leicht jeman­den, den ich län­ger nicht per­sön­lich gese­hen habe. Schrei­ben Sie von sich, per­sön­lich. Wenn Ihre Hand­schrift les­bar ist, neh­men Sie ein schö­nes Blatt Papier, viel­leicht einen Füll­fe­der­hal­ter, oder den weich schrei­ben­den Tin­ten­stift oder Lieb­lings­ku­li. Brief­mar­ken gibt es sogar am Automaten!

Sie wer­den mer­ken: Brie­fe sind für Absender/in und Empfänger/in, rich­tig gemacht, ein Segen. Ich lese ger­ne vor dem Schrei­ben zehn Minu­ten in einem Psalm, ein­fach so.