Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Das Todes­ur­teil (Mar­kus 15,6–15)

Pila­tus merkt, dass es sich bei der Ankla­ge gegen Jesus um eine »inner­jü­di­sche Ange­le­gen­heit« han­delt, dass letzt­lich die füh­ren­den Leu­te einen Kon­kur­ren­ten weg haben möch­ten. Er möch­te sich da nicht vor deren Kar­ren span­nen las­sen. Also kommt er auf die Idee, die Begna­di­gung zum Pes­sach­fest (= Pas­sah), das wäre doch eine Gele­gen­heit, Jesus freizulassen.

Der Plan ist gut, klappt aber nicht. Das Volk möch­te lie­ber den ande­ren, der hin­ge­rich­tet wer­den soll, den Bar­ra­bas, frei­ge­ge­ben haben. War­um die den Bar­ra­bas wol­len, das wird nicht gesagt, auf jeden Fall machen sich die füh­ren­den Pries­ter für den Bar­ra­bas stark. Und das Volk folgt. Pila­tus will kei­nen Ärger, kei­ne Demons­tra­tio­nen. Also folgt er dem, was das Volk will: Er begna­digt den Bar­ra­bas und lässt Jesus vor der Hin­rich­tung noch misshandeln.

So eine Gei­ßel ist ein Fol­ter­ge­rät, damit geschla­gen zu wer­den, das über­leb­ten eini­ge nicht. Die Haut wur­de völ­lig zer­ris­sen, weil in die Stri­cke zumin­dest Kno­ten, meist aber Metall­stü­cke ein­ge­ar­bei­tet waren, teils mit Widerhaken.

Die Sol­da­ten ver­spot­ten Jesus (Mar­kus 15,16–20)

Frü­her habe ich mich immer gefragt, war­um die Sol­da­ten Jesus ver­spot­tet haben. – Ich den­ke, dass es dar­an liegt, dass der Job ein­fa­cher Sol­da­ten nicht gut war. Wenn sie einen Gefan­ge­nen beka­men, der ohne­hin hin­ge­rich­tet wer­den soll­te, sich also nicht revan­chie­ren kann, dann lie­ßen sie ihn spü­ren, dass er noch weni­ger Macht hat als sie. Dass sie machen kön­nen, was sie wol­len. – Mir kommt es drauf an: Über­all sind eini­ge schlecht dran. Ein Kenn­zei­chen eige­ner Grö­ße und »Gesin­nung« ist: Wie gehe ich mit mei­ner Macht um? Wer­de ich zum Sadis­ten? Oder blei­be ich Mensch? Stel­le ich mir vor, in der Rol­le des ande­ren zu sein? Wenn die Sol­da­ten sich in Jesus hin­ein ver­setz­ten, dann gin­gen sie anders mit ihm um.

Die ande­re Per­spek­ti­ve ist die Jesu: Wie fühlt es sich für ihn wohl an, nicht nur als Mensch umher zu zie­hen, von den Men­schen bedrängt zu wer­den, son­dern jetzt aus­ge­peitscht zu wer­den, ver­spot­tet zu wer­den, und zu wis­sen: Bald wird er hin­ge­rich­tet. – Wie fühl­te er sich wohl?

Fort­set­zung am Samstag.

F.W.