Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Petrus ver­leug­net Jesus (Mar­kus 14,66–72)

Petrus hält sich beim Pro­zess in der Nähe auf. Das ist er Jesus schul­dig. – Aber: Es ist über­aus gefähr­lich, dass die Magd ihn erkennt als einen, der mit Jesus unter­wegs war. War­um soll­te man ihn nicht auch gleich gefan­gen neh­men? Jeden­falls strei­tet er ab, mit Jesus unter­wegs gewe­sen zu sein. Die Mgd aber hört nicht auf, davon zu reden. Im Hof erken­nen auch ande­re – viel­leicht am Aus­se­hen oder der Aus­spra­che, Dia­lekt etc., dass Petrus aus Gali­läa stammt. Ein star­ker Hin­weis, dass er mit Jesus unter­wegs war. – Petrus hat Angst. Er strei­tet es ab, und inzwi­schen hat der Hahn zwei­mal gekräht und Petrus drei­mal gesagt, dass er Jesus nicht kennt.

Als er das merkt, ist es ihm furcht­bar pein­lich und unan­ge­nehm. – Er merkt: Ich habe Jesus ver­ra­ten. Ent­täu­schung und Ernüch­te­rung sind eine Sache, wenn man dach­te, dass ein/e andere/r mich nie ver­ra­ten wür­de, und es pas­siert. Zu mer­ken, dass man etwas getan hat, was man sich nie vor­stel­len konn­te, das ist noch viel unan­ge­neh­mer.  Man kann nie­mand ande­rem die Schuld geben.

Jesus vor Pila­tus (Mar­kus 15,1–5)

Im Rat ist es beschlos­se­ne Sache, dass Jesus weg muss. Sie selbst aber dür­fen kei­ne Todes­ur­tei­le ver­hän­gen und voll­stre­cken, das durf­ten nur die, die die römi­sche Besat­zung damit beauf­tragt hat­te. Also wird Jesus gefes­selt und vor Pila­tus, den römi­schen Statt­hal­ter, gebracht. – Er ver­tei­digt sich nicht, bestä­tigt nur, was Pila­tus als »Ankla­ge« gehört hat: Er sei der König der Juden. Für einen römi­schen Statt­hal­ter kann es kei­nen König geben, denn das ist Ver­rat am römi­schen Kai­ser. Und wenn es jeman­den gibt, dann mit römi­scher Bil­li­gung. Weder konn­ten sich das jüdi­sche Volk jeman­den wäh­len, noch einer selbst behaup­ten, König zu sein.

Jesus ist schweig­sam, und das ist ja auch, was Ange­klag­ten heu­te emp­foh­len wird. Am bes­ten man sagt nichts. Außer zur Per­son. Alles, was man sagt, kann gegen einen ver­wen­det wer­den.

Fort­set­zung am Don­ners­tag.

F.W.