Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Das Gleich­nis vom Fei­gen­baum (Mar­kus 13,28–31)

Es geht jetzt an die letz­ten Anwei­sun­gen für die Jün­ger, die Jesus ihnen hier im Mar­kus­evan­ge­li­um gibt. Er nennt ihnen kei­nen Tag und kei­ne Stun­de, wann das Ende der Welt und die Erfül­lung kommt (das haben wir in den letz­ten Ver­sen gele­sen in der letz­ten Aus­ga­be die­ses Beta­kur­ses). Aber es gibt untrüg­li­che Zei­chen: So wie die Blät­ter am Fei­gen­baum anzei­gen, dass der Som­mer kommt, so sicher wer­den die Schre­cken, die der End­zeit vor­aus gehen, die End­zeit anzei­gen.

Das Pro­blem beginnt genau hier: Zu allen Zei­ten gab es gro­ße Schre­cken: Direkt nach dem Tod und Auf­er­ste­hen Jesu ging die Chris­ten­ver­fol­gung los. Kai­ser Nero war da beson­ders eif­rig. Auch spä­ter, fast zu allen Zei­ten, gab es Streit in Fami­li­en, Krie­ge, und from­me Leu­te rech­ne­ten damit, dass jetzt Gott sein Gericht ankün­digt.

Bis­her aber ist das immer noch aus­ge­blie­ben. Wir könn­ten jetzt ver­zwei­feln, sagen: Da läuft doch etwas falsch. Ich sage eher: Ich weiß nicht, war­um das so ist. Ich muss es aber auch nicht wis­sen. Für mich ist wich­tig, dass ich mich an Gott fest­hal­te. Was auch kom­men mag.

Das Ende kommt über­ra­schend (Mar­kus 13,32–37)

Den Tag oder die Stun­de kennt nie­mand. Unser Job besteht genau so, wie es der Text sagt, dar­in, wach­sam zu blei­ben. Wäre doch pein­lich wenn wir alle schla­fen, wenn Jesus kommt, um sein Reich auf­zu­rich­ten! Nicht jede/r muss alle Auf­ga­ben ver­se­hen. Du hast bestimmt einen Auf­trag: Viel­leicht sollst Du Dich um einen Men­schen beson­ders küm­mern, für den Men­schen da sein, für die­sen Men­schen beten, viel­leicht mit ihm über Dei­nen Glau­ben – wie groß oder wie klein der sein mag – spre­chen. Auf jeden Fall gibt es eine Auf­ga­be für Dich! Und die sollst Du gut machen, so dass Du Dich, wenn Jesus plötz­lich auf­taucht, und Dich fragt: »Und – wie steht es mit Dei­ner Auf­ga­be?« nicht schä­men musst, son­dern sagen kannst: »So sieht es aus: Das und das habe ich gemacht. …«

Plä­ne gegen Jesus (Mar­kus 14,1–2)

Erstaun­lich, wel­che Rück­sich­ten die füh­ren­den Leu­te in Jeru­sa­lem auf die Mei­nung des Vol­kes legen: Sie wis­sen genau: Zum Pas­safest kom­men vie­le nach Jeru­sa­lem. Eini­ge von denen haben von Jesus etwas gehört, viel­leicht von sei­nen Wun­der­ta­ten, sei­nen Hei­lun­gen. Oder von der Spei­sung der Vier- oder Fünf­tau­send. Jeden­falls wäre es nicht geschickt, wäh­rend des gro­ßen Fes­tes so einen Volks­auf­ruhr anzu­zet­teln. Bes­ser in ihrem Sin­ne wäre es, wenn Jesus vor dem Fest aus dem Ver­kehr gezo­gen wür­de, denn beim Fest haben alle mit sich genug zu tun. Sie fei­ern eine Woche lang.

Wer sind eigent­lich die­se füh­ren­den Leu­te? Es sind die füh­ren­den Pries­ter und die Geset­zes­leh­rer. Also die Leu­te, die am Tem­pel für die Opfer und für den Got­tes­dienst zustän­dig sind (die Pries­ter) und die, die als Geset­zes­leh­rer ent­schei­den, wie die Wor­te des Alten Tes­ta­men­tes zu ver­ste­hen sind. – Das sind also nicht etwa welt­li­che Poli­ti­ker, viel­leicht Kanz­ler und Innen­mi­nis­ter, son­dern Leu­te, die für Got­tes Wort (das Alte Tes­ta­ment) und Got­tes Haus (den Tem­pel mit Opfer und Got­tes­dienst) zustän­dig sind.

Wenn die es nicht ertra­gen, dass Jesus man­ches anders sieht als sie, so kom­men sie doch gar nicht auf die Idee, dass sie sich irren könn­ten. Genau das aber ist ein Pro­blem! Sie müss­ten doch am bes­ten wis­sen, was Gott will!

So etwas kann auch heu­te pas­sie­ren, und wenn es pas­siert, dann ist es total fatal. Denk mal an die Kreuz­zü­ge, in denen der Papst beschlos­sen hat, dass man Jeru­sa­lem, die hei­li­ge Stadt Got­tes, von den Mus­li­men befrei­en muss. Und damit begann so etwas wie ein Welt­krieg im Mit­tel­al­ter: Chris­ten gegen Mus­lim, aber auch gegen ande­re Chris­ten (katho­li­sche gegen ortho­do­xe). Wie viel Leid, Tod und Elend hat das gebracht! – Und es war gut gemeint.

Weil Hit­ler etwas gegen (gott­lo­se) Kom­mu­nis­ten usw. tat, waren man­che Chris­ten für ihn. Und sie nah­men in Kauf, dass es den Juden an den Kra­gen ging und die Kir­chen lit­ten, dass es schließ­lich im Krieg zu gro­ßen Leid und Elend und vie­len Toten kam. – Da, wo füh­ren­den Leu­te lieb­los han­deln, muss man auf­pas­sen. Ganz gleich, wo so etwas pas­siert.

Fort­set­zung am Diens­tag.

F.W.