Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Jesus kün­digt zum ers­ten Mal sei­nen Tod an (Mar­kus 8,31–33)

Eben noch hat­te Petrus klar aus­ge­spro­chen, dass Jesus der ver­hei­ße­ne Mes­si­as ist. From­me Leu­te, die das alte Tes­ta­ment kann­ten, wuss­ten, was das zu bedeu­ten hat­te – damals zumin­dest. Jetzt erklärt Jesus den Jün­gern, was kon­kret pas­sie­ren wird und (wohl auch) soll und muss. Er wird gefan­gen genom­men wer­den – und schließ­lich umge­bracht. Aber er sagt auch, dass er nach drei Tagen auf­er­ste­hen wer­de.

Das ist für Petrus zu viel. Er kann es nicht fas­sen. Das, was Jesus sagt, bekommt er nicht mit dem zusam­men, was er sich unter dem Mes­si­as vor­stellt. Also sucht er das Gespräch unter vier Augen und will Jesus aus­re­den, was der für merk­wür­di­ge Din­ge sagt. – So weit, so ver­ständ­lich. Das mach­ten wir mög­li­cher­wei­se ähn­lich. Auch klar: Jesus lässt sich das nicht bie­ten. Schließ­lich weiß er genau, was er tut und war­um es so kom­men muss. Die Wor­te, mit denen Jesus Petrus zurecht­weist, sind dras­tisch, aber sie tref­fen es genau: Die Wor­te des Petrus drü­cken mensch­li­che Erwar­tun­gen aus, aber eben nichts von Got­tes (Heils-)Plan.

Wie ist das bei uns: Stel­len wir uns nicht auch vor, wie wir es ger­ne hät­ten? – Wenn nur dies oder jenes in der Gemein­de pas­sier­te, wenn … – Und all­zu oft den­ken wir von unse­ren (mensch­li­chen) Wün­schen her. Ver­ständ­lich, aber es hilft nicht. Manch­mal wäre es gut, wenn wir mehr Zeit dar­auf ver­wen­de­ten, mit Gott zu reden und beson­ders dar­auf zu hören, was er wünscht. Das schrei­be ich bewusst, nach­dem ich mir fünf Mona­te Zeit für so einen Ent­schei­dungs­pro­zess genom­men habe. Für mich sage ich: Das ist manch­mal anders als gedacht, aber gut.

Jesus fol­gen heißt: ihm das Kreuz nach­tra­gen (Mar­kus 8,34–38)

Zum geleb­ten Christ-Sein gehört die Ent­schei­dung für Gott und damit auch manch­mal gegen unse­re mensch­li­chen Wün­sche. Jesus hat­te vor­her – als es um sein Lei­den, sei­nen Tod und sei­ne Auf­er­ste­hung ging – mit den Jün­gern gespro­chen. Jetzt ruft er die Volks­men­ge, die ja stets begie­rig war, etwas zu hören, zusam­men.

Das, was er ihnen zu sagen hat, ist wahr­schein­lich nicht, was sie sich erhof­fen: Vie­le dach­ten, dass mit dem Kom­men des Mes­si­as Gott auch Isra­el als sein Volk wie­der mäch­tig machen wer­de. Viel­leicht die Römer aus dem Land wer­fen, einen König wie einst David ein­set­zen wer­de. Dann wür­den alle ande­ren Erken­nen, dass Gott der ein­zi­ge Gott sei und zum Zions­berg kom­men.

Was Jesus aber sagt, das ist: Nach­fol­ge bedeu­tet, ohn­mäch­tig wie er, hin­ter ihm her zu gehen. Sein Lebens­weg ist kein Spa­zier­gang, es ist schwie­rig. Den­noch ist das der rich­ti­ge Weg, weil Gott sich zu denen beken­nen wird, die sich so klar zu ihm beken­nen. Eben auch dann, wenn es schwie­rig, ja, lebens­ge­fähr­lich wird. Die Jün­ger haben ja gehört, dass Jesus sag­te, dass er umge­bracht wer­den wird. – Das Volk hört: Leben ver­lie­ren wegen Jesus und sei­ner »guten Nach­richt«, also wegen des Evan­ge­li­ums. – Das klingt begrenzt attrak­tiv.

Über­le­ge mal: Wenn Du dabei gestan­den hät­test, damals. Ohne das Wis­sen über alles, was noch folg­te: Hät­te Dich das nicht abge­schreckt? Wie hät­test Du Dich gefühlt?

Fort­set­zung am Sams­tag.

F.W.