Jugend­P­lus online: Gam­ma­kurs »Römer­brief« Teil 22 – beglei­te­tes Bibel­le­sen für Fort­ge­schrit­te­ne.

Emp­feh­lung für Phö­be und per­sön­li­che Grü­ße (Römer 16,1–16)

Oft haben wir den Ein­druck, dass ein Apos­tel wie Pau­lus durch die Lan­de zog, per Schiff, zu Fuß oder wie auch immer. Und dann habe er einen gro­ßen Teil Klein­asi­ens, Grie­chen­lands und der heu­ti­gen Tür­kei sowie Syri­ens qua­si im Allein­gang chris­tia­ni­siert, Gemein­den gegrün­det.

Es gibt auch Leu­te, die so wenig team­fä­hig sind, dass sie mei­nen, sie könn­ten alles allei­ne machen. Das gibt es nicht bloß in Fir­men, son­dern eben auch in Kir­chen und Gemein­den. Pau­lus war mit vie­len ver­bun­den. Hier in den Emp­feh­lun­gen zeigt sich, dass bereits damals die Leu­te wan­der­ten. Wenn er so vie­le in Rom grü­ßen lässt, mit denen er zuvor zu tun hat­te, dann spricht das eher für ein sozia­les Netz, das die Kir­che in der Anti­ke bil­de­te. Die Brie­fe und Rei­sen waren ein Ele­ment. Es war aber auch klar, wie viel­fäl­tig die Ver­bin­dun­gen waren.

Pau­lus emp­fiehlt, jeman­den aus dem Mit­ar­bei­ten­den­kreis zu unter­stüt­zen. Gemein­de hat stets auch mit Geld zu tun, aber auch mit Gebet für­ein­an­der. In den letz­ten Wochen haben ich mich bemüht, an Euch aus der Jugend regel­mä­ßig zu beten. Ein­fach auch um mit Euch im Herrn ver­bun­den zu blei­ben. – Dass wir ein­an­der nicht sehen kön­nen (außer via Sky­pe) ist eines, aber dass wir in Chris­tus ver­bun­den sind, das ist wich­tig.

Anders gesagt:

  1. Pau­lus hät­te ohne die ande­ren weni­ger aus­rich­ten kön­nen.
  2. Nicht jede/r muss ein Pau­lus sein! Es braucht ganz unter­schied­li­che Men­schen mit unter­schied­li­chen Gaben. Aber: Alle Gaben, alle Mög­lich­kei­ten, die wir als Men­schen haben, sind auch eine geist­li­che Ange­le­gen­heit. Wir dür­fen uns ein­brin­gen.

Man könn­te über jede ein­zel­ne die­ser hier genann­ten Per­so­nen eine Andacht schrei­ben, anhand ande­rer Über­lie­fe­run­gen ver­su­chen, ein Bild zu ent­wi­ckeln. Ich las­se das hier, es spreng­te den Rah­men.

Eine dring­li­che Mah­nung (Römer 16,17–20)

Span­nend fin­de ich den Zusam­men­hang von Irr­leh­re oder neu­er Leh­re einer­seits und Spal­tung ande­rer­seits. Das bedeu­tet ja, dass sich Spal­tun­gen am Aus­bau und den Details eines theo­lo­gi­schen Gebäu­des ent­wi­ckeln. Klar, man­che strei­ten, was eigent­lich der Kern ist. Aber: Wenn der Kern im Evan­ge­li­um von Jesus Chris­tus besteht, also dar­in, dass wir glau­ben, dass Jesus Got­tes Sohn ist, der Ret­ter der Welt, der für die Schuld aller Men­schen gestor­ben ist und von Gott dem Vater auf­er­weckt wur­de, dann könn­ten alle ande­ren Fra­gen zurück­tre­ten.

Dann kann man Kir­che zen­tral orga­ni­sie­ren (wie die röm.-kath.), man kann es auch anders machen. Man kann Abend­mahl so oder anders fei­ern. Man kann auch fest­stel­len, dass mir und mei­nem Den­ken eine bestehen­de Kir­che mehr ent­spricht als eine ande­re. Aber des­halb muss ich doch nie­man­dem sein oder ihr Christ­sein abspre­chen!

Zur Zeit des Pau­lus gab es zwar unter­schied­li­che Grup­pen in einer Stadt, die sich in meh­re­ren Haus­ge­mein­den tra­fen. Klar, denn Kir­chen­bau­ten hat­te man noch nicht so kurz nach Jesus. Auch Ämter ent­wi­ckel­ten sich gera­de erst. Heu­te haben wir eine gro­ße Viel­falt. Vie­le Kir­chen und Gemein­den, vie­le Kon­fes­sio­nen und Deno­mi­na­tio­nen allein in Han­no­ver. Wich­ti­ger aber als die Fra­ge nach Lehr­de­tails ist der Wil­le zur Ver­bin­dung mit Jesus und mit­ein­an­der. Für mich ist die Ent­ste­hung der Evan­ge­lisch-metho­dis­ti­schen Kir­che aus meh­re­ren Kir­chen 1968 ein gutes Zei­chen, dass es nicht nur durch Spal­tung geht, son­dern auch durch Zusam­men­schluss.

Wenn Ihr die Chan­ce habt: Bemüht Euch um Lie­be für die, die nicht Eurer Auf­fas­sung sind, denn Gott hat auch die lieb. Und hal­tet Euch nicht an (Lehr-)Details auf, son­dern bemüht Euch, so zu wer­den, wie Gott Euch möch­te und das zu tun, was den Men­schen dient.

Fort­set­zung am Mitt­woch.

F.W.