Jugend­P­lus online: Gam­ma­kurs »Römer­brief« Teil 20 – beglei­te­tes Bibel­le­sen für Fort­ge­schrit­te­ne.

Rück­sicht der »Star­ken« auf die »Schwa­chen« (Römer 14,13–23)

Rück­sicht hilft, nicht nur im Stra­ßen­ver­kehr beim Blick in den Spie­gel. In Gemein­den gibt es so viel Streit, so viel Kraft wird auf­ge­wen­det für Klei­nig­kei­ten. – Wenn die, die mit bestimm­ten The­men frei­er umge­hen kön­nen – und das mit gutem Gewis­sen – ein­fach Rück­sicht auf die ande­ren neh­men, denen das ein Grund zur Besorg­nis ist, wäre viel gewon­nen.

Wenn ich zur Hoch­zeit eines gleich­ge­schlecht­li­chen Paa­res ein­ge­la­den bin und hin­ge­he, dann brau­che ich das nicht dem lie­ben Men­schen in mei­ner Gemein­de aufs But­ter­brot zu strei­chen, dem das abgrund­tief falsch scheint. Ich weiß, dass es ihn oder sie beküm­mer­te. – Ich könn­te mit mei­ner Rück­sicht noch wei­ter gehen.

Wich­tig ist, dass wir nicht ein­fach so machen, was alle machen. Lasst uns end­lich ein­mal ver­ant­wort­lich han­deln, indem wir ernst neh­men, was uns Got­tes Geist durch unser Gewis­sen sagt. Klar ist: Die »Star­ken« kön­nen Rück­sicht neh­men, die »Schwa­chen« kön­nen nicht stark sein – wie denn auch? Wenn jemand Angst hat, dann ist das so. Da hilft es nicht, wenn ich jeman­dem sage, dass er kei­ne Angst zu haben brau­che…

Dem Bei­spiel fol­gen, das Chris­tus gege­ben hat (Römer 15,1–6)

Unser Leben soll unse­ren Mit­men­schen die­nen, selbst­ver­ständ­lich auch in der Gemein­de. Inso­fern ist Rück­sicht hilf­reich und not­wen­dig. Geduld mit­ein­an­der ist eine Bit­te an Gott: War­um soll­te er sie mir nicht schen­ken? Er möch­te mit den ande­ren und mit mir sei­ne Gemein­de bau­en, sei­ne welt­wei­te Kir­che. Okay, das klingt ver­we­gen, weil wir so unter­schied­lich sind. Als Men­schen kämen wir sicher immer wie­der in Kon­flikt mit­ein­an­der. Gott aber kann uns Geduld schen­ken, ja, er muss es, wenn er mit uns so etwas vor­hat.

Wenn es gelingt, dass wir unse­re jewei­li­gen Ver­schie­den­hei­ten als Berei­che­rung anse­hen, dann ist viel gewon­nen. Dann haben wir einen guten Grund, Gott zu prei­sen.

Alle wer­den gemein­sam Gott prei­sen (Römer 15,7–13)

Zu allen Zei­ten gibt es gute Grün­de, zu strei­ten oder eine Gemein­de zu spal­ten. Zur Zeit des Pau­lus war eine gro­ße Kon­flikt­li­nie zwi­schen den Chris­ten, die zuvor Juden waren, und den ande­ren, die aus ande­ren Reli­gio­nen kamen. Das konn­te doch nicht gut gehen. – Pau­lus weist zu recht dar­auf hin, dass im Alten Tes­ta­ment bereits die Aus­wei­tung des Heils über die Gren­zen des erwähl­ten Vol­kes hin­aus ange­kün­digt wird.

Vor vier­zig Jah­ren strit­ten man­che dar­über, ob man Frau­en als Pas­to­rin oder über­haupt fürs Pre­di­gen gebrau­chen kön­ne. – Das ist heu­te mehr oder weni­ger kein The­ma mehr. Heu­te strei­ten wir über ande­re The­men. Klar ist: Vor­sich­ti­ger und lie­be­vol­ler Umgang mit­ein­an­der hilft. In aller Klar­heit mei­nes eige­nen Han­delns (und auch mei­nes eige­nen Den­kens).

Pau­lus bit­tet um Freu­de, Glau­ben, Lie­be – die kön­nen wir bis heu­te – gera­de im Mit­ein­an­der – gut gebrau­chen. Sie sind Gaben des Hei­li­gen Geis­tes.

Fort­set­zung am Frei­tag.

F.W.