Jugend­P­lus online: Gam­ma­kurs »Römer­brief« Teil 19 – beglei­te­tes Bibel­le­sen für Fortgeschrittene.

Leben im Licht des kom­men­den Tages (Römer 13,11–14)

Wenn Got­tes Reich an jedem belie­bi­gen Tag kom­men kann, und zwar in Voll­endung, dann soll­ten wir als Chris­ten an jedem Tag bereit sein für Gott. Wenn wir also als »neue Men­schen« leben, dann soll­ten wir das sofort und nicht erst mor­gen tun. Ent­spre­chend pas­sen eini­ge schlech­te Ange­wohn­hei­ten unse­res frü­he­ren (welt­li­chen) Lebens nicht. Hier wer­den Fress- und Sauf­ge­la­ge genannt, sexu­el­le Aus­schwei­fun­gen, Strei­tig­kei­ten und Rivalitäten.

Die­se The­men gibt es bis heu­te, sicher ist die Lis­te nicht voll­stän­dig, da könn­ten auch ande­re Din­ge ste­hen. Es geht ein­fach dar­um, dass Chris­ten als Got­tes Leu­te hei­lig leben sol­len. Ja, wir blei­ben mensch­lich. Aber: Wir sind eben bei­des. Und es ist gut, wenn wir mehr und mehr von Gott geprägt wer­den. Wenn wir zu Gott gehö­ren, dann sol­len wir eben nicht unse­re »selbst­süch­ti­ge Natur« hät­scheln. Ich fin­de das gut über­setzt hier in der Guten Nach­richt. »Damit die Begier­den kei­ne Macht … gewinnen«.

Die »Star­ken« und die »Schwa­chen« die­nen dem­sel­ben Herrn (Römer 14,1–12)

So lan­ge es Chris­ten gibt, gibt es unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen. Dar­über lie­ße sich (und lei­der lässt sich) pri­ma strei­ten. Aber eigent­lich sind wir nicht zum Strei­ten über irgend­wel­che prak­ti­schen oder theo­re­ti­schen Fra­gen da, son­dern dazu, Gott Ehre zu machen und den Men­schen zu dienen.

Ich fin­de das Bild vom Skla­ven eines ande­ren, den wir beur­tei­len wol­len, gut: Wenn wir alle Gott die­nen, und zwar so wie wir es kön­nen und so gut wir es kön­nen, dann brau­chen wir ein­an­der nicht zu tadeln oder beur­tei­len. Damals ging es um das, was wir essen. Heu­te geht es dar­um, ob wir mili­tä­ri­sche Mit­tel für legi­tim hal­ten, ob wir Sexua­li­tät so oder anders leben. So lan­ge alle das vor Gott ver­ant­wor­ten, was sie tun, ist das in Ord­nung. – Dass wir mit Macht und Begier­den unse­ren Glau­ben in Gefahr brin­gen kön­nen, ist klar. Inso­fern: Die The­men, wie wir mit Macht, Zeit, Geld, Sexua­li­tät und allem ande­ren umge­hen, die stel­len sich schon. Aber nicht in dem Sin­ne, dass ich sagen könn­te, wie Du es machen sollst.

Bes­ten­falls kann ich Dir sagen, wie ich mein Leben aus­zu­rich­ten ver­su­che, aber das ist eher etwas für einen Haus­kreis als für das Inter­net. – Es setzt Ver­trau­en vor­aus, und auch, dass wir es wirk­lich gut mit dem ande­ren mei­nen. Kri­tik, zumal aus der Anony­mi­tät her­aus, ist ein­fach. Das je eige­ne Leben ver­ant­wor­tet und ver­ant­wort­lich vor Gott zu füh­ren, das ist viel schwieriger.

Dazu lade ich Dich ein: Zur Zeit John Wes­leys und der frü­hen Metho­dis­ten waren Tage­bü­cher üblich. Ver­such es doch mal, Dir an jedem Tag ein paar Minu­ten zu neh­men und auf­zu­schrei­ben, wofür Du an dem Tag Gott dank­bar bist. Wo Du ihn erlebt oder gespürt hast. Und auch, was Du in Dei­nem Leben ändern möch­test. Dabei ist gleich, ob es sich um Dei­nen Umgang mit Geld, mit ande­ren Men­schen, mit dem Lesen oder Anschau­en von etwas ist. Wo kannst Du Gott Gele­gen­heit geben, dass er Dich verändert?

Fort­set­zung am Mittwoch.

F.W.