Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Jesus geht über das Was­ser (Mar­kus 6,45–52)

Nach der Spei­sung der 5000 sen­det Jesus die Jün­ger per Boot über den See. Und er ver­ab­schie­det die Men­schen­mas­se, und zieht sich zum Beten zurück. Tun wir das auch? Neh­men wir uns, viel­leicht gera­de dann, wenn viel los ist, die Zeit zum Beten, zur Ruhe mit und vor Gott?

Vie­le geist­li­che Per­sön­lich­kei­ten, sol­che, von denen ich man­chem im Glau­ben ler­nen möch­te und kann, haben immer wie­der ent­deckt, dass ohne Gebet gar nichts geht. Dass es – gera­de dann, wenn viel los ist – unver­zicht­bar ist, Zeit fürs Gebet zu haben bzw. sich zu neh­men.

In der Coro­na­zeit war mehr Zeit, und oft saß ich früh mit einem Becher Tee oder Kaf­fee da, zu Hau­se am Küchen­tisch oder an mei­nem Schreib­tisch in der Fir­ma lan­ge vor Arbeits­be­ginn. Beten und nach­den­ken, ger­ne mit einem Notiz­heft und einem Stift, sind mir immer wich­tig, aber in die­sen merk­wür­di­gen Zei­ten beson­ders.

Ich hof­fe, dass ich das bei mehr Ter­mi­nen wer­de bei­be­hal­ten kön­nen, dass ich das schaf­fe. – Jesus jeden­falls sieht, dass die Jün­ger sich zwar mühen, aber nicht recht vor­an­kom­men, sie haben die Wel­len gegen sich. So beschließt er, ihnen zu Hil­fe zu kom­men. Er macht das effek­tiv: Der kür­zes­te Weg führt übers Was­ser. Wozu ist er Jesus, der Sohn Got­tes? – Dass er das tut, dass er das kann, das kön­nen die Jün­ger noch immer nicht fas­sen.

Die­ser Satz »denn sie waren im Inners­ten ver­stockt«, der beschreibt, dass sie es nicht fas­sen woll­ten und nicht fas­sen konn­ten. Erkennt­nis Got­tes, offe­ne Augen für sei­ne Mög­lich­kei­ten, die sind ein Geschenk. – Das wün­sche ich uns sehr. Auch wenn die Jün­ger gera­de bei der Spei­sung der 5000 dabei waren: Eine Erfah­rung ist eines, dar­aus folgt gar nichts für die nächs­te Situa­ti­on.

Jesus heilt Kran­ke in Gen­nesa­ret (Mar­kus 6,53–56)

Jesu Leben war sicher alles ande­re als ver­gnüg­lich: Über­all ver­fol­gen ihn die Men­schen, die Hei­lung brau­chen. Wer Bauch- oder Zahn­schmer­zen hat, merkt das, und alles ande­re tritt in den Hin­ter­grund. Gesund­heit ist wich­tig. Wir sind dar­auf ange­wie­sen. So wie auf Nah­rung und Klei­dung.

Dass aber die Bezie­hung zu Gott auch lebens­not­wen­dig ist, das haben vie­le nicht ver­stan­den. Das ist aber der eigent­li­che Punkt: Dass Jesus heilt und hilft, das ist der Hin­weis dar­auf, dass in sei­nem Tun und Reden Gott wirkt. Sonst könn­te er nicht hel­fen und hei­len. – Aber: Gott möch­te eben auch sonst ein gutes Umfeld für uns: Eines, in dem auch die Bezie­hung zu Gott selbst und zu den ande­ren in Ord­nung kommt.

Inso­fern ist es wich­tig, dass wir Jesus nicht bloß auf die Wun­der ver­kür­zen: Da hät­ten wir ihn gründ­lich miss­ver­stan­den. Er ist kein Zau­be­rer. Er möch­te kei­ne Ein­tritts­kar­ten zu sei­nen Vor­stel­lun­gen ver­kau­fen. Er möch­te uns umfas­send »heil« machen, an Leib und See­le.

Über­leg doch ein­mal, wo es Dich drückt im Ver­hält­nis zu (a) Gott und (b) einem oder meh­re­ren ande­ren. Und dann nimm Dir etwas Zeit, und bit­te Gott, dass er Dir zeigt, wie Du da wei­ter kommst, wie Du die Bezie­hun­gen ver­bes­sern oder hei­len kannst.

Fort­set­zung am Mon­tag.

F.W.