Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Jesus erklärt das Gleich­nis von der Aus­saat (Mar­kus 4,13–20)

Erin­nerst Du Dich noch an die Saat und den Sämann? Vier Orte wur­den genannt, wohin das Saat­gut fällt. Es beginnt ganz knapp – und trotz­dem nicht ein­fach: V.14: »Der Bau­er, der die Samen­kör­ner aus­streut, sät die Bot­schaft Got­tes aus.«

Was soll das denn bedeu­ten? Spricht Jesus hier von der Pre­digt vom Reich Got­tes, wenn er »das Wort« (wört­lich) bzw. »die Bot­schaft« (Gute Nach­richt Bibel, deu­tend über­setzt) sagt? Oder meint der Aus­druck mög­li­cher­wei­se (wie in Johan­nes 1,1) ihn selbst: »Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und in allem war es Gott gleich.«

Gut, das Bild ist ein­leuch­tend, denn bei der Getrei­de-Aus­saat und auch bei der Pre­digt der »Bot­schaft Got­tes« kommt es zu Streu­ver­lus­ten. Span­nen­der aber fin­de ich: Wor­an liegt das? Die Unbe­stän­di­gen, die die Bot­schaft auf­neh­men (wie das Getrei­de auf dem fel­si­gen Grund) kön­nen die etwas für ihre Unbe­stän­dig­keit? – »kann in ihnen kei­ne Wur­zeln schla­gen, weil die­se Leu­te unbe­stän­dig sind« (V. 17). Anders gesagt: Kön­nen wir etwas dafür tun, dass die Bot­schaft bei uns mög­lichst gut auf­ge­hen kann wie die Saat auf dem guten Boden?

Zunächst ist klar: Es ist fak­tisch so, dass eini­ge die Bot­schaft anneh­men, ande­re nicht. Bei eini­gen geht der Glau­be schnell wie­der (oder bei äuße­rem Druck) ver­lo­ren. Das war damals so und es ist auch heu­te noch zu beob­ach­ten. Wenn wir aber von den Tex­ten nicht nur etwas dar­über ler­nen wol­len, wie es ist, son­dern auch, wie es gut geht – für uns und auch für ande­re -, dann soll­ten wir über die Wachs­tums­be­din­gun­gen nach­den­ken, über gute Dün­gung usw. Auch muss das Saat­gut ja zum Boden pas­sen, damit es gut wach­sen kann.

Dazu haben wir am Sonn­tag einen Aus­tausch in der Tee­nie­kir­che per Sky­pe (wer noch nicht dabei ist: Bit­te schreibt mich an!) – The­ma wird da dann sein: »im Glau­ben wach­sen«.

Vom Ver­ste­hen der Guten Nach­richt (Mar­kus 4,21–25)

»Ist die Lam­pe etwa dazu da, um sie unter einen Topf oder unters Bett zu stel­len?…« – Fällt Euch auf, wel­che Art von Meta­phern (also von begriff­li­chen Bil­dern) der Text gebraucht? Hier ist die Rede von der Lam­pe (als »Licht­ge­ber«). Zuvor ging es um das »Wort«. Das Licht ist dazu da, dass es jeman­dem leuch­tet. Das Wort ist dazu da, dass es von jeman­dem gehört wird. Ohne den, dem das Licht leuch­tet, ohne den, der das Wort hört, ist das Licht bzw. das Wort nicht sinn­voll.

Jemand hat ein­mal gesagt: Got­tes-Sein ist ein In-Bezie­hung sein. Es geht also nicht dar­um, dass jemand etwas über »Gott an sich« sagt (im Sin­ne von »jenes höhe­re Wesen, das wir ver­eh­ren« – gemäß H. Böll), son­dern es geht dar­um, was wir mit Gott zu tun haben. Er ist nicht dies oder jenes, son­dern er ist für mich mein Ret­ter und Herr. So wird auch ver­ständ­lich, dass die, die Ohren haben, gut zuhö­ren sol­len. Es geht um die ein­zel­nen Men­schen, die je für sich ent­schei­den müs­sen, ob sie Jesus glau­ben. – Damit ist etwas ganz Neu­es erreicht. Im Alten Tes­ta­ment ist Gott der Gott Abra­hams, Isaaks und Jakobs. Hier nun geht es nicht dar­um, zum Volk Got­tes zu gehö­ren, son­dern Jesus zu glau­ben – oder eben auch nicht.

Das ist ein Riss, der Dör­fer, Fami­li­en usw. trennt: Es gibt da die, die an Jesus als den Mes­si­as, den Chris­tus, glau­ben. Aber es gibt auch die ande­ren. Einer­seits ist das sehr gut und erfreu­lich, dass jede/r ein­zeln gefragt ist. Ande­rer­seits ist es scha­de, wenn man­che nicht glau­ben.

Nimm Dir ein paar Minu­ten Zeit, um für ande­re zu beten, die nicht glau­ben. Dan­ke auch Gott für den Glau­ben, den er Dir geschenkt hat.

Fort­set­zung am Frei­tag

F.W.