Jugend­P­lus online: Gam­ma­kurs »Römer­brief« Teil 18 – beglei­te­tes Bibel­le­sen für Fortgeschrittene.

Wei­sun­gen für das Ver­hal­ten gegen­über staat­li­chen Orga­nen (Römer 13,1–7)

Staat­li­che Ord­nung und Bür­gen brau­chen ein­an­der. Ein Staat ist eine Ord­nung, und Gott ist ein Freund der (guten) Ord­nung. Ande­rer­seits ist die­ser Text eben kein Frei­brief für Dik­ta­to­ren und Macht­ha­ber: Auch die haben die Macht, die sie haben, jeweils nur auf Zeit und zum Diens­te an den Men­schen und an Gott.

Wich­tig ist für Pau­lus: Er ruft eben gera­de nicht zur Revo­lu­ti­on gegen den (heid­ni­schen) römi­schen Staat auf. Viel­mehr sieht er auch für die­sen eine Funk­ti­on in Got­tes Plan. – Damit der Staat das Sei­ne tun kann, braucht es z.B. Steu­ern. Luther hat die­ses Den­ken zu einem Modell aus­ge­baut, das sich »Zwei-Rei­che-Leh­re« nennt: Dem­nach ist der Staat für die äuße­re Ord­nung zustän­dig, etwa für die Recht­spre­chung und dafür, die Ord­nung zu erhal­ten. Damit ermög­licht der Staat der Kir­che, das zu tun, was ihr Auf­trag ist: Sie sol­len das Evan­ge­li­um in die Welt brin­gen. Sie soll pre­di­gen und die Sakra­men­te (Tau­fe und Abend­mahl) dar­rei­chen, denn bei­des wird gebraucht. – Das aber geht über Pau­lus hinaus.

Das Lie­bes­ge­bot als Sum­me der Gebo­te Got­tes (Römer 13,8–10)

Einer­seits ist Lie­be die Vor­aus­set­zung, um dem Nächs­ten gutes zu tun, ande­rer­seits ist das eigent­lich das gesam­te Gesetz: Wer das ein­hält, dem braucht man nicht extra zu sagen, dass er kei­nen umbrin­gen soll oder kei­ne Ehe bre­chen. Die Schwie­rig­keit besteht jedoch dar­in, dass wir von Natur aus nicht so ein­fach alle Men­schen lie­ben (kön­nen).

Die­se Ver­wand­lung, die­se neue Sicht auf die ande­ren, so wie die von Gott gedacht und gemacht sind, die ist selbst eine Gabe Got­tes. Ich kann dar­an mit­wir­ken, mei­ne Vor­ur­tei­le und nicht die Men­schen in Schub­la­den zu stop­fen. Aber ich muss letzt­lich durch Got­tes Geist beschenkt wer­den mit der neu­en Sicht.

Auf­ga­be für Dich heu­te: Denk ein­mal an Men­schen, die Dich regel­mä­ßig ner­ven, auf die Pal­me brin­gen. Sol­che, die Du am liebs­ten nicht um Dich hast. Schreib ein­fach mal sechs auf, und für die betest Du an jedem Tag bis zur nächs­ten Aus­ga­be des Gam­ma­kur­ses. Bete aber auch für Dich, dass Du eine neue Sicht geschenkt bekommst für die­se Leute.

Fort­set­zung folgt am Montag.

F.W.