Jugend­P­lus online: Gam­ma­kurs »Römer­brief« Teil 13 – beglei­te­tes Bibel­le­sen für Fortgeschrittene.

An Jesus Chris­tus schei­den sich die Wege (Römer 9,30–33)

Für einen, der aus dem Juden­tum kommt, ist es uner­hört: Das Volk bemüht sich mit gro­ßer Kraft, die Gebo­te zu hal­ten, sich als gerecht zu erwei­sen im Hal­ten der Vor­schrif­ten. – Und ande­re, die die Geset­zes­vor­schrif­ten nicht ken­nen und schon gar nicht befol­gen, die sind »ein­fach so« gar bes­ser dran. Ein­fach weil sie glau­ben. Der Punkt, der Pau­lus beküm­mert ist: An Jesus glau­ben nur eini­ge aus dem jüdi­schen Glau­ben. – Fürs Christ-Sein aber ist das der ent­schei­den­de Punkt. Glau­ben wir, dass Jesus der Chris­tus, der ver­hei­ße­ne Ret­ter ist?

Der Glau­be als Weg zur Ret­tung für alle (Römer 10,1–13)

Pau­lus wünscht sich, dass sein Volk, das jüdi­sche, dem er sich zuge­hö­rig fühlt, geret­tet wer­den möge. Wer aber (etwa durch das Hal­ten der Gebo­te) selbst gerecht zu sein ver­sucht, ist allen­falls selbst­ge­recht (»ich habe alles mög­li­che getan…« – »mehr geht nicht«). Allein: Das hilft mög­li­cher­wei­se, aber nur dann, wenn die Hal­tung eine ganz ande­re ist bzw. wird: Alles von Gott zu erwar­ten, und dann alles zu tun, um ihm zu gefal­len, das wäre der (christ­li­che) Gegenentwurf.

»Denn seit Chris­tus ist das Gesetz nicht mehr der Weg zum Heil. Viel­mehr gilt jetzt: Alle, die im Glau­ben auf Chris­tus ver­trau­en, wer­den vor dem Gericht Got­tes als gerecht aner­kannt wer­den.« (Römer 10,4)

Dies ist der Unter­schied zwi­schen dem neu­en Tes­ta­ment und dem alten. Wir möch­ten heu­te nie­man­den dis­kri­mi­nie­ren (»Du hast ja ›bloß‹ den alten Glau­ben, der ist ja irgend­wie über­holt…«) – aber Pau­lus denkt hier in genau die­ser Rich­tung. Das, was spä­ter zur Ableh­nung von Juden im Mit­tel­al­ter führ­te (sie ver­ste­hen es nicht, sie sind ver­stockt, …) fußt tat­säch­lich auf Pau­lus. Das muss man zunächst ein­mal ver­ste­hen, auch wenn ich mir sehr wün­sche, dass wir in der Pra­xis allen, auch und gera­de denen, die ander(e)s glau­ben, lie­be­voll begeg­nen. Und zwar, um in die Lage zu kom­men, ein­an­der part­ner­schaft­lich wei­ter zu hel­fen und auch wei­ter zu sagen, was wir glau­ben und hof­fen. Und zu hören, was ande­ren wich­tig ist.

Isra­el hat die Bot­schaft gehört und abge­lehnt (Römer 10,14–21)

Die­ser Abschnitt ist auch eine ganz grund­sätz­li­che Ant­wort auf man­che Fra­gen: Einer sagt:

»Von mei­nem Glau­ben spre­che ich nicht, außer ich wer­de danach gefragt. Aber ich ver­su­che so zu leben, dass man mich fragt.« (J.F.)

Hier führt Pau­lus aus, dass der Glau­be aus dem Hören der Bot­schaft kommt. Das setzt vor­aus, dass wir sprach­fä­hig sind und wer­den, auch was unse­ren Glau­ben angeht. Es wäre scha­de, wenn wir nicht wei­ter­sa­gen könn­ten, was wir glau­ben. – Die Bot­schaft aber grün­det in dem Auf­trag, den Chris­tus gege­ben hat: Das meint sicher nicht nur den Mis­si­ons­be­fehl, aber den eben auch. »Gehet hin in alle Welt und leh­ret sie zu hal­ten alles,… tauf­et sie auf den Namen des Vaters und den Soh­nes und des hei­li­gen Geis­tes.« – Ein Stück der Jünger/innen/schaft besteht dar­in, dass wir beauf­tragt sind zum Wei­ter­sa­gen. Sicher sol­len wir mehr tun. Aber: Dies gehört dazu. Wir kön­nen (und soll­ten) das nicht weg­las­sen. – Schon bei den Berich­ten von den ers­ten Jün­gern geht es dar­um, dass sie zu »Men­schen­fi­schern« wer­den sollen.

Wie ist das bei uns? Ist uns das Evan­ge­li­um pein­lich? Unan­ge­nehm, dar­über zu reden? Es gibt vie­le, die glau­ben, aber sie scheu­en sich, es wei­ter zu sagen. Teils aus Furcht, etwas falsch zu machen. Teils aus Sor­ge dar­um, was die ande­ren dann von mir den­ken. Haus­auf­ga­be: For­mu­lie­re mal, was Dich begeis­tert an Chris­tus. In drei bis fünf Sät­zen. Wenn ein Sport­ler von sei­nem Sport begeis­tert ist oder eine Musi­ker in von z.B. dem Stück, das sie gera­de erar­bei­tet, war­um soll­ten wir dann nicht begeis­tert sein, von dem, was wir glau­ben? Das soll­ten wir sagen kön­nen. Eini­ge Sät­ze auf­zu­schrei­ben, das ist eine gute Vor­übung, denn dann fällt der Anfang leichter.

Fort­set­zung am Dienstag.

F.W.