Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Jesus und der Sab­bat (Mar­kus 2,23–28):

Hier geht es gleich um eine gan­ze Rei­he von The­men, die uns im Neu­en Tes­ta­ment öfters begeg­nen: Ein­mal die Fra­ge nach dem Sab­bat. Dar­an macht sich der Kon­flikt zwi­schen den reli­giö­sen Füh­rern (Pha­ri­sä­ern und Schrift­ge­lehr­ten) einer­seits und Jesus ande­rer­seits deutlich.

Es geht aber auch um das The­ma, wer eigent­lich Jesus ist. – Das hat mit der Deu­tung des Sab­bats zu tun. Es geht aber auch um uns.

Klar ist: Jesu Jün­ger rei­ßen Ähren ab und essen sie. Das gilt als »Ern­te­ar­beit«, ist also am Sab­bat nicht erlaubt. Wenn ein Bau­er sei­nen Mit­ar­bei­ten­den sagt: »Heu­te ist gutes Wet­ter, also los: Ern­te­ar­beit!« Dann hät­ten die ihm damals genau das gesagt: Geht nicht, heu­te ist Sab­bat. – Zu recht. Wenn bereits in den fünf Mose­bü­chern Aus­nah­men genannt wer­den (das Tier, dass in die Gru­be fällt, soll man befrei­en, auch wenn Sab­bat ist…) und es auch die prak­ti­schen Aus­nah­men gibt: Davids Leu­te, die aus der Not einen Kom­pro­miss fin­den (1. Samu­el 21). Sie essen nicht leicht­fer­tig die Bro­te, aber sie essen sie.

Der Sab­bat hat eine Bedeu­tung, die sich heu­te allen­falls Adven­tis­ten oder Jugend­chris­ten (= mes­sia­ni­schen Juden) direkt dar­legt. Es ist eben nicht »bloß ein Ruhe­tag«, son­dern ein Tag, den Gott aus­ge­son­dert hat von den ande­ren Tagen. Der Sab­bat ist eine Schöp­fungs­ord­nung, und auch wenn sich die frü­hen Chris­ten am 1. Tag der Woche, dem Tag der Auf­er­ste­hung, dem »Sonn­tag« tra­fen und wir das bis heu­te so tun: Der Sonn­tag ist eben nicht der Sabbat.

Der Sab­bat ist für den Men­schen da, als Schutz­tag. Wer Sab­bat­fahr­stüh­le (die hal­ten auto­ma­tisch auf jeder Eta­ge, so dass man kei­nen Knopf drü­cken muss, das wäre ja Arbeit) erlebt hat, weiß: Es kann merk­wür­di­ge Blü­ten trei­ben. Aber es ist klar: Arbeit soll ver­mie­den wer­den. Wie wir das auch immer tun.

Damit, dass Jesus sich als Herr über den Sab­bat, als den, der zu bestim­men hat, was getan wer­den darf, bezeich­net, ist ihm Wider­stand sicher. – Er lehnt sich damit gegen die reli­giö­sen Füh­rer auf.

Jesus heilt am Sab­bat (Mar­kus 3,1–6):

Wie­der ein Kon­flikt wegen des Sab­bats. Die füh­ren­den Leu­te lau­ern schon dar­auf, wie sie Jesus als Geset­zes­bre­cher ent­lar­ven kön­nen. Die gelähm­te Hand, wört­lich steht da: ver­dorr­te Hand, ist etwas: Wird Jesus sie heilen?

Geschickt fragt er erst, ob es erlaubt sei, Gutes oder Böses zu tun, jeman­den ret­ten oder einen umkom­men las­sen. Die Auto­ri­tä­ten wer­den wohl ein­ge­räumt haben, dass es (auch am Sab­bat) erlaubt sei, zu ret­ten, dass es gut ist, Gutes zu tun. Wenn genau das hin­ter­her pas­siert, dann tut Jesus etwas, was man ihm kaum wird vor­wer­fen können.

Klar: War­um war­tet er nicht bis zum Fol­ge­tag? Hät­te nach so lan­ger Krank­heit doch auch genügt. – Wahr­schein­lich, weil Jesus der Herr über den Sab­bat ist. Der Sab­bat ist ein Tag Got­tes und des Men­schen. War­um also nicht Men­schen (auch behin­der­te) mit Gott an die­sem Tag in Bezie­hung brin­gen? So könn­te ein Gedan­ke gewe­sen sein.

Die Fol­ge ist, dass man in Vers sechs beschließt: Der stört, der muss weg. Man will Jesus umbringen.

Jemand hat mal gesagt: Die Gat­tung des Evan­ge­li­ums ist eine Geschich­te von Kreu­zi­gung und Auf­er­ste­hung mit einem län­ge­ren Vor­spann. Es läuft also bereits bei 16 Kapi­teln ins­ge­samt zu Beginn des 3. Kapi­tels dar­auf hin­aus, dass Jesus umge­bracht wer­den soll.

Fort­set­zung am Mittwoch.

F.W.