Dies ist ein Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Jesus lässt sich tau­fen und wird auf die Pro­be gestellt (Mar­kus 1,9–13)

Wie bereits in der letz­ten Fol­ge des Beta­kur­ses gesagt, beginnt Mar­kus kurz vor Beginn des öffent­li­chen Auf­tre­tens Jesu. Wir wis­sen nicht, was er bis dahin mach­te. Über sei­ne Eltern usw. hören wir nichts. Er kommt – wie so vie­le ande­re – zu Johan­nes an den Fluss Jor­dan und lässt sich dort taufen. 

Eigent­lich merk­wür­dig, denn die Tau­fe ist ja eine Rei­ni­gung. War­um braucht Jesus das? – Ich kann nur raten: Er braucht es nicht, aber es gibt kei­nen bes­se­ren Ort, als die Men­schen, die mit Gott einen Neu­an­fang machen möch­ten. Wenn Jesus – wie so vie­le ande­re – am Fluss bei Johan­nes ist, so sind um ihn her­um lau­ter Leu­te, die neu nach Gott fra­gen. Und die erle­ben mit, was geschieht:

Der Him­mel reißt auf, der Geist Got­tes kommt über Jesus und man hört eine Stim­me: »Du bist mein Sohn, dir gilt mei­ne Lie­be, dich habe ich erwählt.« (Mar­kus 1,11).

Das klingt wie Hol­ly­wood, nach ziem­lich vie­len Spe­zi­al­ef­fek­ten. Him­mel reißt auf? – Kennt Ihr im Blues-Bro­thers Film die Sze­ne in der »Trip­le Rock Bap­tist Church«, in der die Wol­ken auf­rei­ßen und ein Licht­strahl bis zu den bei­den Haupt­per­so­nen fällt, und plötz­lich wis­sen sie die Lösung für Ihr Problem?

Wie genau wir uns die fol­gen­den vier­zig Tage vor­stel­len müs­sen, kön­nen wir aus den ande­ren Evan­ge­li­en (Mat­thä­us und Lukas berich­ten das aus­führ­li­cher) hin­zu­neh­men, aber: Wahr­schein­lich war dem Mar­kus wich­tig, dass Jesus eine Zeit in der Ein­sam­keit mit Gott ver­brach­te, und dass ihm das nicht leicht fiel (»vom Satan auf die Pro­be gestellt«). – Viel­leicht kennt Ihr das auch: Manch­mal stel­len sich Fra­gen, die eine Zeit des Inne­hal­tens, des akti­ven Abwar­tens, erfor­dern. »Soll ich das wirk­lich tun?« – »Ist das Got­tes Plan für mich jetzt?« Dabei zu beten und zwar um kla­re Füh­rung ist gut. Manch­mal ist das dran. In ande­ren Fäl­len ist ein klä­ren­des Gespräch mit einem/einer ande­ren dran.

Jesus jeden­falls begann nach die­ser Zeit in der Wüs­te, öffent­lich aufzutreten:

Jesus beginnt sein Wir­ken (Mar­kus 1,14–15)

Wenn wir uns fra­gen: »Was ist eigent­lich ein Evan­ge­li­um?« –  Was kann man dann sagen? Eine Geschich­te von der Hin­rich­tung des Chris­tus am Kreuz mit sei­nem Leben und Leh­ren als Vor­spann und sei­ner Auf­er­we­ckung als Nachspann.

Der Kern der Bot­schaft Jesu nach Mar­kus besteht in die­sen bei­den Sät­zen: Jetzt wird Gott sein Reich auf­rich­ten… Ändert euer Leben und glaubt an die gute Nachricht.

Die gute Nach­richt, die besteht dar­in, dass es nicht mehr dar­um geht, dass wir (wie im Com­pu­ter­spiel mit High­score) Punk­te sam­meln fürs Him­mel­reich, son­dern dass Gott sein Reich, sei­ne Herr­schaft auf­rich­tet. Unser Tun besteht dar­in, dass wir ihm glau­ben und ent­spre­chend leben. Nicht mehr und nicht weniger.

Ver­stehst Du? Für einen from­men Juden ging es dar­um, bes­ser zu ver­ste­hen, wie die Geset­ze zu hal­ten sind. Die Pha­ri­sä­er und Schrift­ge­lehr­ten hat­ten das per­fek­tio­niert. – Jesu Bot­schaft ist dage­gen: Es ist Gott, der alles Erfor­der­li­che tut. Wir müs­sen (a) das anneh­men und (b) ent­spre­chend leben. Aber: Nicht wir tun was, son­dern zuerst und vor allem Gott. Er tut das Wesent­li­che. Wir dür­fen das in Anspruch nehmen.

Fort­set­zung am Freitag.

F.W.