Jugend­P­lus online: Gam­ma­kurs »Römer­brief« Teil 5

Es kommt nur auf den ver­trau­ens­vol­len Glau­ben an (Römer 4,13–25)

Die Fra­ge, wor­auf es eigent­lich ankommt, die stel­len sich vie­le. Kommt es auf mich an? Kommt es auf Gott an – und falls das so ist: Was habe ich dann noch zu tun? Dass man­che, die ein­mal Juden waren, Abra­ham als »Stamm­va­ter« ansa­hen, ist über­aus ver­ständ­lich. Schließ­lich war Gott als der Gott »Abra­hams, Isaaks und Jakobs« ja fast zur Rede­wen­dung geworden. 

Wie ist das aber denn eigent­lich bei uns: Rech­nen wir wirk­lich mit Gott. – Eine Hal­tung ist ja, ihn immer wei­ter zurück­zu­drän­gen in dem Rah­men, wie wir uns die Welt natur­wis­sen­schatt­lich erklä­ren kön­nen. Und. Wer sich wünscht, dass es anders sein soll­te, so »hei­le Welt« wie frü­her, dem emp­feh­le ich, bei der nächs­ten Ope­ra­ti­on im Kran­ken­haus (z.B. Blind­darm) auch auf »his­to­ri­schen Instru­men­ten« zu bestehen. – Nein, wir freu­en uns am Fort­schritt. In der Tech­nik, in der Medi­zin. Man­che aber redu­zie­ren den Bereich, in dem Gott noch vor­kom­men »darf« auf etwas mehr als nichts.

Wenn Abra­ham – wider die Wahr­schein­lich­keit und wider alle Erwar­tung – einen Sohn von Gott erwar­tet, dann hat das eben nichts mit Wahr­schein­lich­keit Rech­nen-Kön­nen zu tun, son­dern mit Ver­trau­en. Das aber fällt uns moder­nen Men­schen beson­ders schwer. Wenn wir es selbst schaf­fen müss­ten, wäre das mög­li­cher­wei­se eine Über­for­de­rung. »Ich glau­be, hilf mei­nem Unglau­ben.«, war­um soll­ten nicht auch wir so beten?

Got­tes Lie­be als Grund unse­rer Hoff­nung (Römer 5,1–11)

Pau­lus hat vor­her ja geklärt: Auf das Gesetz, auf jüdi­sche Her­kunft, soll­te sich nie­mand etwas ein­bil­den. Wenn Pau­lus sich rühmt, so möch­te er sich Chris­ti rüh­men. Er hat Hoff­nung, dass er geret­tet wird. Ein­fach gesagt: Dass er in den Him­mel kommt. Und das trotz des­sen, dass er weiß: Er ist mög­li­cher­wei­se weni­ger schlecht als man­che ande­ren, aber er hat es nicht ver­dient. Auch er, der mus­ter­gül­ti­ge Apos­tel, ist Sün­der und ver­dient alles ande­re als Ret­tung. – Aber er weiß auch: Auch für ihn, den Pau­lus, wie für mich als Ver­fas­ser und alle ande­ren, die das in Anspruch neh­men, ist Jesus gestorben.

Somit ist die Lie­be Got­tes, die ihn sei­nen Sohn hin­rich­ten lässt, der Grund der Hoff­nung für alle.

Viel­leicht fin­dest Du (wie ich es bei Freun­den gehört habe), dass das ja nun nicht nötig gewe­sen wäre: Wozu muss Gott sei­nen Sohn grau­sam hin­rich­ten las­sen? – Ich kann und will das hier nicht ver­su­chen zu beant­wor­ten. Für Pau­lus war es jeden­falls klar, dass es so gelau­fen ist. Er nahm das in Anspruch. Ich fin­de die­se Theo­lo­gie vom Sünd­op­fer Jesus bis heu­te nicht son­der­lich ein­leuch­tend. Ich kann beschrei­ben, wie sie ent­stan­den ist, wo sie her­kommt. – Für Pau­lus, für Augus­tin, für Luther, für Wes­ley war klar: Genau so ist es gelau­fen. – Auch wenn ich mit dem Ver­ständ­nis mei­ne Mühen habe: Ich hal­te auch dran fest, wenn­gleich ich ger­ne offen­las­sen möch­te, was es bedeu­tet, wenn ich das so sage.

Mir scheint: Wer das Kreuz »kapiert«, der hat nichts ver­stan­den, am wenigs­ten davon, wel­che Mühe und Über­win­dung es Gott gekos­tet haben muss, sich so zu ent­schei­den. – Viel­leicht ist die Zeit der Pas­si­on ja ein Anlass, dass wir drü­ber nach­den­ken: Was hat sich Gott unse­re Ret­tung kos­ten lassen…

Dazu noch ein Gedan­ke, der auf Bon­hoef­fer zurück geht: Schaut mal hier. – Wenn Gott sich die Ret­tung sei­ner Men­schen nicht nur etwas, son­dern so viel kos­ten lässt, dann soll­te auch uns die­se Bezie­hung, die­se Nach­fol­ge etwas wert sein. Pau­lus hat­te mit Ver­fol­gung zu tun. Wir bekom­men manch­mal spöt­ti­sche oder kri­ti­sche Bemer­kun­gen ab. – Viel­leicht müs­sen wir Eisnchrän­kun­gen hin­neh­men, um unse­res Glau­bens wegen.

For­set­zung folgt am Dienstag.

F.W.