Dies ist der fünf­te Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­mals ein bibli­sches Buch lesen.

Mensch­li­che Vor­zü­ge und Leis­tun­gen zäh­len nicht (Phil­ip­per 3,2–11)

In der Gemein­de in Phil­ip­pi gibt es Leu­te, die sich etwas auf ihre jüdi­sche Her­kunft ein­bil­den. Sie sehen mög­li­cher­wei­se auf die ande­ren, die so etwas nicht vor­zu­wei­sen haben, her­un­ter. Das könn­te Pau­lus durch den Boten Epa­phro­di­tus erfah­ren haben, von dem beim letz­ten Beta­kurs die Rede war.

Für Pau­lus ist der Kon­flikt grund­sätz­li­cher Art: Braucht es Chris­tus und den Glau­ben dar­an, dass er alle Sün­de trägt, gera­de auch mei­ne? – Wenn das so ist, dann gibt es kei­nen Grund mehr, irgend­et­was ande­res hin­zu­zu­fü­gen, was für Chris­ten ganz beson­ders wich­tig wäre oder was einen Grund bil­den könn­te, sich etwas dar­auf ein­zu­bil­den. – Pau­lus selbst war ja gewis­sen­ma­ßen einer, der als Jude schon außer­or­dent­lich gut auf­ge­stellt war. Aber: (vgl. Phil.3,8) Er betrach­tet alles als Dreck – und zwar in Rela­ti­on zu Chris­tus. – Auch heu­te gibt es man­che, die unter­schied­li­che »Zusatz­kri­te­ri­en« haben: Tau­fe (mög­li­cher­wei­se »Glau­bens­tau­fe« – also als selbst ent­schie­de­ner mün­di­ger Mensch), ande­re wür­den viel­leicht das Spra­chen­ge­bet nen­nen (das Beten in Spra­chen, die Got­tes Geist ein­gibt, also sol­che, die die Bete­rin oder der Beter selbst nicht ver­steht).  – Nein. Chris­tus reicht!

Wir sind noch nicht am Ziel (Phil. 3,12–21)

Man­che ver­ste­hen Glau­ben als eine Art »Sta­tus«: Bist du Christ? (Ant­wort bit­te ankreu­zen: »ja«/»nein«). Pau­lus wür­de natür­lich »ja« ankreu­zen, aber die­ses Ver­ständ­nis ist ihm zu ein­fach. Glau­be ist eben nichts, das man haben kann, son­dern Glau­be meint, täg­lich neu sich für Gott zu ent­schei­den. Manch­mal sind es mora­li­sche Fra­gen. Manch­mal ist es etwas ande­res: Glau­be bedeu­tet eine Weg­ge­mein­schaft mit Gott.

Wer in einer Bezie­hung lebt, kann bei Face­book ein­stel­len »In einer fes­ten Bezie­hung«. So weit, so gut. Aber prak­tisch heißt das ja, dass es täg­lich wie­der gilt, die­ses Mit­ein­an­der zu leben, die Gemein­schaft zu gestal­ten. Wenn es das nicht ist, ist die Bezie­hung tot. Pau­lus rich­tet sein Leben auf das Ziel – Gott – aus. Er blickt auf die­ses Ziel wie ein Läu­fer dahin schaut, wohin er möch­te. Ich fah­re ja Motor­rad und kann sagen: Beim Anfah­ren von Kur­ven ist es sehr wich­tig, wohin man schaut. Wer schlecht schaut, fährt schlecht. – Ein Christ, der zurück schaut, etwa auf sei­ne Tau­fe, auf die Jugend­grup­pe, auf die Tee­nie­kir­che, kann das machen. Aber: Viel wich­ti­ger ist, dass wir dar­auf schau­en, wohin Gott uns lei­ten möch­te. An jedem Tag neu.

Wer dabei auf irgend­et­was ande­res als auf Chris­tus schaut, läuft mas­siv Gefahr, das wah­re Ziel zu ver­feh­len. – Das ist es, wovon Pau­lus in den Ver­sen 18 und 19 spricht.

Fort­set­zung folgt – am Mon­tag.

F.W.