Dies ist der drit­te Teil des beglei­te­ten Bibel­le­sens für Jugend­li­che. Der Beta­kurs ist für Ein­stei­gen­de gedacht, sol­che, die mög­li­cher­wei­se erst­ma­lig ein bibli­sches Buch lesen.

Der Weg, den Chris­tus ging, als Maß­stab für das Leben von Chris­ten (Phil­ip­per 2,1–11)

Pau­lus for­dert die Chris­ten­men­schen in Phil­ip­pi auf, in ihrem christ­li­chen Lebens­til, in ihrem »geleb­ten Glau­ben« bzw. in ihrer Nach­fol­ge vor­an­zu­ge­hen. Es gibt ja gute Ansät­ze (vgl. V.1) – offen­bar aber ist mehr drin. Selbst­sucht und Eitel­keit wer­den in Vers 3 genannt.

Ab Vers 6 lesen wir den so genann­ten Chris­tus­hym­nus, bei dem vie­le Fach­leu­te mei­nen, dass es sich mög­li­cher­wei­se um einen damals bekann­ten Text han­deln kön­ne. Alle müs­sen beken­nen: Jesus ist der Herr. Das ist die Kurz­form eines christ­li­chen Glau­bens­be­kennt­nis­ses. Chris­tus ist der Herr. – Und wenn das so ist, wenn also Chris­tus der Herr ist über mein Leben, dann bekommt auch der Beginn des zwei­ten Kapi­tels einen Sinn: Dann ist es nahe lie­gend, dass ich nicht selbst­süch­tig auf mich schaue, son­dern, weil ich es ver­stan­den habe, dass Chris­tus der Herr ist, ach­te und ehre ich die ande­ren.

Die­ses Glau­bens­be­kennt­nis »Chris­tus ist der Herr«, das emp­feh­le ich uns heu­te als ers­ten Merk­satz. Ver­such, die­sen Satz mehr­fach täg­lich Dir zu wie­der­ho­len, zum Bei­spiel ein­mal in jeder Stun­de. Und alles, was Du dann in der Zeit tust, von daher zu tun. Was bedeu­tet das, jetzt, gera­de heu­te, in Dei­nem (und in mei­nem) All­tag. Bei der Arbeit, bei der Ent­span­nung, viel­leicht beim Sport, wenn Du Dich noch raus traust.

Bewäh­rung der Gemein­de auf dem Weg der Voll­endung (Phil. 2,12–18)

Pau­lus hält den Lebens­wan­del der Chris­ten offen­bar für wich­tig, ja, für »heils­ent­schei­dend«. Anders gesagt: Es gibt man­che, die sich als Chris­ten ver­ste­hen, aber lei­der nicht ent­spre­chend leben. Den frü­hen Metho­dis­ten war die Hei­li­gung, also das, was wir im All­tag aus unse­rem Glau­ben machen, wich­tig.

Hast Du Vers 15 nicht bloß gele­sen, son­dern auch ver­stan­den? Kannst Du Dir vor­stel­len, das auf Dich anzu­wen­den? »Ihr sollt ja rein und feh­ler­los sein und euch als Got­tes voll­kom­me­ne Kin­der erwei­sen mit­ten unter ver­irr­ten und ver­dor­be­nen Men­schen; ihr sollt leuch­ten unter ihnen wie die Ster­ne am nächt­li­chen Him­mel.«

Kurz vor­her benennt Pau­lus etwas sehr Wich­ti­ges: »Gott selbst bewirkt in euch nicht nur das Wol­len, son­dern auch das Voll­brin­gen« – anders gesagt: Es kommt nicht dar­auf an, dass wir die vol­le Kon­trol­le haben über uns, dass wir also qua­si per­fek­te Men­schen wer­den oder sein müs­sen. Das sind wir kei­nes­wegs, auch nicht (und schon gar nicht) als Chris­ten­men­schen. Wir sind nicht bes­ser als ande­re, aber wir sind bes­ser dran. Nicht wir haben uns 100 % unter Kon­trol­le, aber wir kön­nen Gott bit­ten, an uns zu arbei­ten. Uns mehr und mehr umzu­ge­stal­ten nach sei­nem Wil­len und dem Vor­bild Chris­ti, etwa so, wie wir es im Chris­tus­hym­nus gele­sen haben.

Wenn wir das mit dem Glau­bens­be­kennt­nis »Chris­tus ist der Herr« immer wie­der in unser täg­li­ches Leben ein­bau­en, dann geben wir Gott die Gele­gen­heit, an uns zu wir­ken. Er kann! Yes, he can. Das ist auch der Unter­schied zu all den Kri­sen­ma­na­gern, die uns täg­lich in den Nach­rich­ten begeg­nen. Sie mei­nen, sie hät­ten das eine oder ande­re unter Kon­trol­le. Manage­ment ist gut und nötig. Aber: Im Leben von Chris­ten spielt Chris­tus kei­ne Rol­le, er ist der Regis­seur. 

Fort­set­zung am Mitt­woch.

F.W.