Bon­hoef­fer wur­de im April 1945 hin­ge­rich­tet, somit sind sei­ne Wer­ke seit 1. Janu­ar 2016 gemein­frei. Wir ver­öf­fent­li­chen hier in wöchent­li­chen Abschnit­ten sein Buch »Nach­fol­ge« von 1938 als ganzes.

Die gro­ße Scheidung.

»Gehet ein durch die enge Pfor­te. Denn die Pfor­te ist weit und der Weg ist breit, der zur Ver­damm­nis abführt; und ihrer sind vie­le, die dar­auf wan­deln. Und die Pfor­te ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und weni­ge sind ihrer, die ihn fin­den. Sehet euch vor vor den fal­schen Pro­phe­ten, die in Schafs­klei­dern zu euch kom­men, inwen­dig aber sind sie rei­ßen­de Wöl­fe. An ihren Früch­ten sollt ihr sie erken­nen. Kann man auch Trau­ben lesen von den Dor­nen oder Fei­gen von den Dis­teln? Also ein jeg­li­cher guter Baum bringt gute Früch­te; aber ein fau­ler Baum bringt arge Früch­te. Ein guter Baum kann nicht arge Früch­te brin­gen, und ein fau­ler Baum kann nicht gute Früch­te brin­gen. Ein jeg­li­cher Baum, der nicht gute Früch­te bringt, wird abge­hau­en und ins Feu­er gewor­fen. Dar­um an ihren Früch­ten sollt ihr sie erken­nen. Es wer­den nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Him­mel­reich kom­men, son­dern die den Wil­len tun mei­nes Vaters im Him­mel. Es wer­den vie­le zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr! haben wir nicht in dei­nem Namen geweis­sagt, haben wir nicht in dei­nem Namen Teu­fel aus­ge­trie­ben, haben wir nicht in dei­nem Namen vie­le Taten getan? Dann wer­de ich ihnen beken­nen: Ich habe euch noch nie erkannt; wei­chet alle von mir, ihr Übel­tä­ter!« (Mt. 7,13–23).

Die Gemein­de Jesu kann sich nicht will­kür­lich von der Gemein­schaft derer tren­nen, die Jesu Ruf nicht hören. Sie ist von ihrem Herrn geru­fen zur Nach­fol­ge durch Ver­hei­ßung und Gebot. Das muß ihr genü­gen. Alles Gericht und alle Schei­dung stellt sie dem anheim, der sie erwählt hat nach sei­nem Vor­satz, nicht aus Ver­dienst der Wer­ke, son­dern aus sei­ner Gna­de. Nicht die Gemein­de voll­zieht die Schei­dung, aber im beru­fen­den Wort muß sie geschehen.

Eine klei­ne Schar, die Nach­fol­gen­den, wird so getrennt von der gro­ßen Zahl der Men­schen. Die Jün­ger sind weni­ge und wer­den immer weni­ge sein. Dies Wort Jesu schnei­det ihnen jede fal­sche Hoff­nung auf ihre Wirk­sam­keit ab. Nie­mals set­ze ein Nach­fol­ger Jesu sein Ver­trau­en auf die Zahl. »Weni­ge sind ihrer…«, der Ande­ren aber sind viel und wer­den immer viel sein. Sie aber gehen in ihr Ver­der­ben. Was kann der Trost der Jün­ger in sol­cher Erfah­rung sein, wenn nicht allein dies, daß ihnen das Leben ver­hei­ßen ist, die ewi­ge Gemein­schaft Jesu?

Der Weg der Nach­fol­gen­den ist schmal. Leicht geht man an ihm vor­über, leicht ver­fehlt man ihn, leicht ver­liert man ihn, selbst wenn man ihn schon beschrit­ten hat. Er ist schwer zu fin­den. Der Weg ist wahr­haf­tig schmal, der Absturz nach bei­den Sei­ten bedroh­lich: Zum Außer­or­dent­li­chen geru­fen sein, es tun, und doch nicht sehen und nicht wis­sen, daß man es tut, – das ist ein schma­ler Weg. Die Wahr­heit Jesu bezeu­gen und beken­nen und doch den Feind die­ser Wahr­heit, sei­nen und unse­ren Feind, lie­ben mit der bedin­gungs­lo­sen Lie­be Jesu Chris­ti – das ist ein schma­ler Weg. Der Ver­hei­ßung Jesu glau­ben, daß die Nach­fol­gen­den das Erd­reich besit­zen wer­den und doch dem Feind wehr­los begeg­nen, lie­ber Unrecht lei­den als Unrecht tun – das ist ein schma­ler Weg. Den ande­ren Men­schen sehen und erken­nen in sei­ner Schwä­che, in sei­nem Unrecht, und ihn nie­mals rich­ten, ihm die Bot­schaft aus­rich­ten müs­sen und doch die Per­len nie­mals vor die Säue wer­fen – das ist ein schma­ler Weg. Es ist ein uner­träg­li­cher Weg. Jeden Augen­blick droht der Abfall. Solan­ge ich die­sen Weg als den mir zum Gehen befoh­le­nen erken­ne und ihn in der Furcht vor mir selbst gehe, ist er in der Tat unmög­lich. Sehe ich aber Jesus Chris­tus vor­an­ge­hen, Schritt für Schritt, sehe ich allein auf ihn und fol­ge ihm, Schritt für Schritt, so wer­de ich auf die­sem Wege bewahrt. Bli­cke ich auf die Gefähr­lich­keit mei­nes Tuns, bli­cke ich auf den Weg anstatt auf den, der ihn mir selbst vor­an­geht, so ist mein Fuß schon im Glei­ten. Er selbst ist ja der Weg. Er ist der schma­le Weg und das enge Tor. Ihn allein gilt es zu fin­den. Wis­sen wir das, dann gehen wir auf dem schma­len Weg durch die enge Pfor­te des Kreu­zes Jesu Chris­ti zum Leben, dann wird uns gera­de die Enge des Weges zur Gewiß­heit. Wie soll­te der Weg des Soh­nes Got­tes auf Erden, den wir als Bür­ger zwei­er Wel­ten am Ran­de zwi­schen Welt und Him­mel­reich zu gehn haben, auch ein brei­ter Weg sein? Der schma­le Weg muß der rech­te Weg sein.

Ver­se 15–20. Die Schei­dung zwi­schen Gemein­de und Welt ist voll­zo­gen. Aber das Wort Jesu dringt jetzt rich­tend und schei­dend in die Gemein­de selbst vor. Mit­ten unter den Jün­gern Jesu muß sich die Schei­dung immer wie­der voll­zie­hen. Die Jün­ger sol­len nicht mei­nen, sie könn­ten ein­fach der Welt ent­flie­hen und nun ohne Gefahr in der klei­nen Schar auf dem engen Wege blei­ben. Es wer­den fal­sche Pro­phe­ten unter sie kom­men, und mit der Ver­wir­rung wird auch die Ver­ein­sa­mung grö­ßer. Da steht einer neben mir, äußer­lich ein Glied der Gemein­de, es steht ein Pro­phet, ein Pre­di­ger da, dem Schein, dem Wort und Werk nach ein Christ, aber inner­lich trei­ben fins­te­re Grün­de ihn zu uns, inner­lich ist er ein rei­ßen­der Wolf, ist sein Wort Lüge und sein Werk Trug. Er weiß sein Geheim­nis wohl zu bewah­ren, aber im Ver­bor­ge­nen treibt er sein dunk­les Werk. Er ist unter uns, nicht weil der Glau­be an Jesus Chris­tus ihn zu uns getrie­ben hät­te, son­dern weil der Teu­fel ihn in die Gemein­de treibt. Er sucht viel­leicht die Macht und den Ein­fluß, das Geld, den Ruhm aus eige­nen Gedan­ken und Pro­phe­zei­un­gen. Er sucht die Welt, aber nicht den Herrn Chris­tus. Er ver­birgt sein dunk­les Vor­ha­ben im Gewan­de der Christ­lich­keit und weiß, daß die Chris­ten ein leicht­gläu­bi­ges Volk sind. Er rech­net dar­auf, daß er in sei­nem unschul­di­gen Kleid nicht ent­larvt wird. Er weiß ja auch, daß es den Chris­ten ver­bo­ten ist zu rich­ten und wird sie zu rech­ter Zeit dar­an erin­nern! Kein Mensch sieht ja dem ande­ren ins Herz. So ver­führt er vie­le vom rech­ten Weg. Viel­leicht weiß er dies alles selbst nicht, viel­leicht ver­schlei­ert der Teu­fel, der ihn treibt, ihm die Klar­heit über sich selbst. Nun könn­te sol­che Ankün­di­gung Jesu die Sei­nen in gro­ße Angst trei­ben. Wer kennt den ande­ren? Wer weiß, ob hin­ter dem christ­li­chen Schein nicht die Lüge steckt und die Ver­füh­rung lau­ert. Es könn­te ein tie­fes Miß­trau­en, ein arg­wöh­ni­sches Beob­ach­ten und ein ängst­li­cher Richt­geist in die Gemein­de ein­zie­hen. Es könn­te ein lieb­lo­ses Ver­ur­tei­len jedes Bru­ders, der in Sün­de fällt, auf die­ses Wort Jesu hin ein­tre­ten. Aber Jesus befreit die Sei­nen von die­sem Miß­trau­en, das die Gemein­de zer­rei­ßen müß­te. Er sagt: der fau­le Baum bringt arge Früch­te. Er muß sich von selbst zu erken­nen geben zu sei­ner Zeit. Wir brau­chen kei­nem ins Herz zu sehen. War­ten sol­len wir, bis der Baum sei­ne Frucht bringt. An der Frucht unter­schei­det ihr zu sei­ner Zeit die Bäu­me. Die Frucht aber kann nicht lan­ge aus­blei­ben. Es ist hier wohl nicht der Unter­schied zwi­schen Wort und Werk der fal­schen Pro­phe­ten gemeint, son­dern der Unter­schied zwi­schen Schein und Wirk­lich­keit. Jesus sagt uns, daß ein Mensch nicht lan­ge im Schein leben kann. Es kommt die Zeit des Frucht­tra­gens, es kommt die Zeit der Unter­schei­dung. Es wird frü­her oder spä­ter offen­bar, wie es um ihn steht. Es hilft dem Baum nichts, ob er nicht Frucht tra­gen will. Die Frucht kommt von selbst. So wird der Augen-blick, in dem es dar­auf ankommt, einen Baum vom ande­ren zu unter­schei­den, die Frucht­zeit, alles offen­ba­ren. Wo die Ent­schei­dungs­zeit kommt zwi­schen Welt und Gemein­de, und sie kann jeden Tag kom­men, nicht nur in gro­ßen, son­dern auch in ganz gerin­gen, all­täg­li­chen Ent­schei­dun­gen, da wird offen­bar wer­den, was faul ist und was gut ist. Hier besteht nur die Wirk­lich­keit, nicht aber der Schein.

Jesus mutet es sei­nen Jün­gern zu, in sol­chen Augen­bli­cken Schein und Wirk­lich­keit klar zu unter­schei­den, und zu schei­den zwi­schen sich und den Schein­chris­ten. Das über­hebt sie aller neu­gie­ri­gen Erfor­schung des Ande­ren, aber es for­dert Wahr­haf­tig­keit und Ent­schlos­sen­heit, die fal­len­de Ent­schei­dung Got­tes anzu­er­ken­nen. Es kann jeden Augen­blick soweit sein, daß mit­ten unter uns die Schein­chris­ten von uns geris­sen wer­den, daß wir als die Schein­chris­ten ent­larvt daste­hen. Damit sind die Jün­ger auf­ge­ru­fen zu fes­te­rer Gemein­schaft mit Jesus, zu treue­rer Nach­fol­ge. Der fau­le Baum wird abge­hau­en und ins Feu­er gewor­fen. Ihm hilft alle Pracht nichts.

Vers 21. Die Schei­dung durch Jesu Ruf in die Nach­fol­ge geht aber noch tie­fer. Nach der Schei­dung zwi­schen Welt und Gemein­de, zwi­schen Schein­chris­ten und wah­ren Chris­ten greift nun die Schei­dung in die beken­nen­de Jün­ger­schar hin­ein. Pau­lus sagt: Nie­mand kann Jes­um einen Herrn nen­nen, es sei denn durch den hei­li­gen Geist (1. Kor. 12,3). Nie­mand kann aus eig­ner Ver­nunft, Kraft und Ent­schei­dung sein Leben Jesus aus­lie­fern, ihn sei­nen Herrn nen­nen. Hier aber ist die­se Mög­lich­keit selbst ins Auge gefaßt, daß einer Jesus sei­nen Herrn nennt ohne den hei­li­gen Geist, d. h. ohne den Ruf Jesu ver­nom­men zu haben. Das ist um so unbe­greif­li­cher, als es sei­ner­zeit kei­ner­lei irdi­schen Gewinn brach­te, Jesus sei­nen Herrn zu nen­nen, viel­mehr ein Bekennt­nis war, das in höchs­te Gefahr führ­te. »Es wer­den nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Him­mel­reich kom­men…« Das Herr-Herr-Sagen ist das Bekennt­nis der Gemein­de. Es wird nicht jeder, der die­ses Bekennt­nis spricht, ins Him­mel­reich kom­men. Mit­ten durch die beken­nen­de Gemein­de hin­durch wird die Schei­dung gehen. Das Bekennt­nis ver­leiht kei­ner­lei Anrecht auf Jesus. Nie­mand kann sich ein­mal auf sein Bekennt­nis beru­fen. Daß wir Glie­der der Kir­che des rech­ten Bekennt­nis­ses sind, ist kein Anspruch vor Gott. Wir wer­den nicht auf Grund die­ses Bekennt­nis­ses selig wer­den. Den­ken wir dies, so tun wir Isra­els Sün­de, das aus der Gna­de der Beru­fung ein Recht vor Gott mach­te. Wir sün­di­gen so gegen die Gna­de des Beru­fers. Gott wird uns ein­mal nicht fra­gen, ob wir evan­ge­lisch gewe­sen sind, son­dern ob wir sei­nen Wil­len getan haben. Alle wird er danach fra­gen und uns eben­so. Die Gren­zen der Kir­che sind nicht die Gren­zen eines Pri­vi­legs, son­dern die der gnä­di­gen Wahl und Beru­fung Got­tes. PAS HO LEGON und ALL HO POION – »sagen« und »tun« – das ist hier nicht ohne wei­te­res als das Ver­hält­nis von Wort und Tat gemeint. Viel­mehr ist hier von zwei­er­lei ver­schie­de­nen Ver­hal­ten des Men­schen vor Gott gespro­chen. HO LEGON KYRIE – der »Herr-Herr-Sager« – das ist hier der Mensch, der auf Grund sei­nes Jasa­gens einen Anspruch erhebt, HO POION – »der Täter« – das ist hier der im gehor­sa­men Tun Demü­ti­ge. Jener ist der sich selbst durch sein Bekennt­nis recht­fer­ti­gen­de, die­ser, der Täter, der auf Got­tes Gna­de bau­en­de, gehor­sa­me Mensch. Hier wird also gera­de das Reden des Men­schen zum Kor­re­lat sei­ner Selbst­ge­rech­tig­keit, das Tun aber zum Kor­re­lat der Gna­de, der gegen­über eben der Mensch nichts mehr ande­res ver­mag als demü­tig zu gehor­chen und zu die­nen. Jener Herr-Herr-Sager hat sich selbst zu Jesus geru­fen ohne den hei­li­gen Geist, oder er hat doch aus dem Ruf Jesu ein eige­nes Recht gemacht. Die­ser Täter des Wil­lens Got­tes ist geru­fen, begna­digt, er gehorcht und folgt. Er ver­steht sei­nen Ruf nicht als Recht, son­dern als Gericht und Begna­di­gung, als den Wil­len Got­tes, dem allein er gehor­chen will. Die Gna­de Jesu for­dert den Täter, das Tun wird so die rech­te Demut, der rech­te Glau­be, das rech­te Bekennt­nis zur Gna­de des Berufers.

Vers 22. Beken­ner und Täter sind von­ein­an­der geschie­den. Nun wird die Schei­dung noch bis ins letz­te hin­ein vor­ge­trie­ben. Hier zuletzt spre­chen nun sol­che, die bis hier­her bestan­den haben. Sie gehö­ren zu den Tätern, aber nun beru­fen sie sich anstatt auf ihr Bekennt­nis eben auf die­ses ihr Tun. Sie haben Taten getan in Jesu Namen. Sie wis­sen, daß das Bekennt­nis nicht recht­fer­tigt, dar­um sind sie hin­ge­gan­gen und haben durch Taten den Namen Jesu unter den Leu­ten groß gemacht. Nun tre­ten sie vor Jesus hin und wei­sen auf die­ses Tun.

Jesus offen­bart sei­nen Jün­gern hier die Mög­lich­keit eines dämo­ni­schen Glau­bens, der sich auf ihn beruft, der wun­der­ba­re Taten, bis zur Unkennt­lich­keit den Wer­ken der wah­ren Jün­ger Jesu ähn­lich, voll­bringt, Wer­ke der Lie­be, Wun­der, viel­leicht gar Selbst­hei­li­gung, und der doch Jesus und sei­ne Nach­fol­ge ver­leug­net. Es ist nichts ande­res, was Pau­lus im 13. Kapi­tel des 1. Korin­ther­brie­fes sagt, von jener Mög­lich­keit zu pre­di­gen, zu weis­sa­gen, alle Erkennt­nis­se zu haben, ja allen Glau­ben, also daß er Ber­ge ver­setzt, – doch ohne Lie­be, d. h. ohne Chris­tus, ohne den hei­li­gen Geist. Ja, mehr als dies: Pau­lus muß sogar die Mög­lich­keit ins Auge fas­sen, daß die Wer­ke der christ­li­chen Lie­be selbst, die Hin­ga­be der Güter, bis zum Mar­ty­ri­um, getan wer­den kön­nen – ohne Lie­be, ohne Chris­tus, ohne den hei­li­gen Geist. Ohne Lie­be – d. h. eben, daß in all die­sem Tun doch das Tun der Nach­fol­ge nicht geschieht, die­ses Tun, des­sen Täter eben zuletzt kein ande­rer ist als der Beru­fer, Jesus Chris­tus selbst; Das ist die tiefs­te, unbe­greif­lichs­te Mög­lich­keit des Sata­ni­schen in der Gemein­de, die letz­te Schei­dung, die frei­lich erst geschieht am jüngs­ten Tag. Aber sie wird eine end­gül­ti­ge sein. Die Nach­fol­gen­den aber müs­sen fra­gen, wo denn nun der letz­te Maß­stab dafür sei, wer von Jesus ange­nom­men wer­de und wer nicht. Wer bleibt denn, und wer bleibt nicht? Die Ant­wort Jesu zu den letz­ten Ver­wor­fe­nen sagt alles: »ich habe euch noch nie erkannt“. Das also ist es, das ist das Geheim­nis, das vom Anfang der Berg­pre­digt an bis zu die­sem Ende auf­be­wahrt wird. Das allein ist die Fra­ge, ob wir von Jesus erkannt sind oder nicht. Wor­an sol­len wir uns hal­ten, wenn wir hören, wie Jesu Wort die Schei­dung voll­zieht zwi­schen Gemein­de und Welt und dann in der Gemein­de bis zum jüngs­ten Tag, wenn uns nichts mehr bleibt, nicht unser Bekennt­nis, nicht unser Gehor­sam? Dann bleibt nur noch sein Wort: Ich habe dich erkannt. Dies ist sein ewi­ges Wort, sein ewi­ger Ruf. Hier schließt sich das Ende der Berg­pre­digt mit ihrem ers­ten Wort zusam­men. Sein Wort am jüngs­ten Gericht – es ergeht an uns in sei­nem Ruf in die Nach­fol­ge. Aber es bleibt vom Anfang bis zum Ende allein sein Wort, sein Ruf. Wer sich in der Nach­fol­ge an nichts hält und klam­mert als an die­ses Wort, wer alles ande­re fah­ren läßt, den wird die­ses Wort durchs letz­te Gericht tra­gen. Sein Wort ist sei­ne Gnade.