»Ihr aber seid das aus­er­wähl­te Geschlecht, die könig­li­che Pries­ter­schaft, das hei­li­ge Volk, das Volk des Eigen­tums, dass ihr ver­kün­di­gen sollt die Wohl­ta­ten des­sen, der euch beru­fen hat von der Fins­ter­nis zu sei­nem wun­der­ba­ren Licht.« (1. Petrus 2,9)

Die­se Wor­te schreibt der Apos­tel Petrus an die Chris­ten in Klein­asi­en. Sie leben dort als Frem­de unter Ungläu­bi­gen und brauch­ten sicher­lich eine Auf­mun­te­rung. Aber sie gel­ten auch den Nach­kom­men und somit auch uns. Nun könn­ten wir uns als etwas Beson­de­res füh­len, aber dar­um geht es nicht. Wir haben das beson­de­re Vor­recht, dass wir Gott ken­nen und somit einen Zugang zu sei­ner Bot­schaft haben. Und wir haben das Vor­recht, sei­ne Bot­schaft zu ver­kün­di­gen und wei­ter zu sagen. Wir dür­fen über sei­ne Taten an uns und über die Erfah­run­gen, die wir mit ihm gemacht haben, berich­ten. Im Alten Tes­ta­ment was das Pries­ter­tum einem bestimm­ten Per­so­nen­kreis vor­be­hal­ten. Seit der Aus­sa­ge von Petrus dür­fen alle, die sich zu Gott beken­nen, die­sen pries­ter­li­chen Dienst aus­füh­ren. Pries­ter­lich ist, wer Got­tes Sache in sich bewegt und auch für ande­re ein Herz hat.

Die­se Auf­ga­be über­trägt uns aber auch Ver­ant­wor­tung für unse­re Mit­men­schen. Wir dür­fen über ihnen nicht den Stab bre­chen, son­dern sol­len ihnen die Hand hal­ten und eine Stüt­ze sein. Es geht dar­um, dass wir mit­tra­gen, was den Müh­se­li­gen und Bela­de­nen zuge­mu­tet wird; unse­re Auf­ga­be ist das Mit­ge­fühl, das Gebet und auch das mit­ein­an­der Schwei­gen, wenn die Wor­te an ein Ende kom­men.

Das Wort aus dem Petrus­brief erin­nert die Gemein­de, an die der Brief zuerst gerich­tet wur­de, dar­an: Ver­gesst nicht, wer ihr seid, wohin ihr gehört und ver­schweigt das nicht. Das ist für das »Volk Got­tes«, für die Kir­che Jesu Chris­ti, für alle, die dazu­ge­hö­ren, heu­te nicht weni­ger wich­tig, ja, es ist gera­de­zu ent­schei­dend. Gott hat sich sein Volk beru­fen, damit es ver­kün­digt, was es heißt, in sein Licht gestellt zu sein. Uns wur­de das Licht geschenkt, um für ande­re zu leuch­ten.

S. Sch.