Nach­ge­dacht zum Monats­spruch Mai 2018

Es ist aber der Glau­be eine fes­te Zuver­sicht des­sen, was man hofft, und ein Nicht­zwei­feln an dem, was man nicht sieht. (Hebrä­er 11,1)

Der christ­li­che Glau­be kann einen Men­schen auf ver­schie­de­nen Ebe­nen her­aus­for­dern. Neh­men wir z.B. den Kern des Oster­fes­tes, das wir vor kur­zem gefei­ert haben. Da geht es um die Auf­er­ste­hung Jesu Chris­ti von den Toten. Vie­le Argu­men­te spre­chen dafür, dass man das wirk­lich glau­ben kann. Denn es gibt z.B. im Alten Tes­ta­ment der Bibel Vor­her­sa­gen, die im Leben Jesu und mit sei­ner Auf­er­ste­hung ein­ge­tre­ten sind (Apg. 13,32–37). Außer­dem haben vie­le Augen­zeu­gen den auf­er­stan­de­nen Jesus Chris­tus per­sön­lich gese­hen, von denen die meis­ten noch leb­ten, als Pau­lus davon berich­te­te. (1. Kor. 15,1–8) Auch wird in wei­ten Krei­sen der Bibel­wis­sen­schaf­ten aner­kannt, dass die Bibel so gut doku­men­tiert und so viel­fäl­tig erhal­ten ist, wie kein ande­res Buch oder schrift­li­ches Werk der Anti­ke sonst. Auch des­halb kann man der Bibel als his­to­ri­sche Quel­le ver­trau­en. Den­ken wir zudem noch an die ers­ten Chris­ten und Chris­tin­nen, so kann man nur stau­nen, mit wel­chem Ein­satz, mit wel­cher Kraft und mit wel­chem Mut sie die­se Oster­bot­schaft in der dama­li­gen Welt aus­ge­brei­tet haben. Für eine blo­ße Idee oder gar eine Lüge, die man ihnen unter­stellt hat­te, nimmt kein Mensch sol­che Stra­pa­zen auf sich.

Nun gibt es in der Bibel bzw. spe­zi­ell im Leben Jesu aber auch Ereig­nis­se, bei denen man kaum Argu­men­te fin­det, die einem den Glau­ben erleich­tern. Ein Bei­spiel ereig­net sich in der Nacht, als Jesus auf dem Was­ser des Sees Gene­za­reth an sei­nen Jün­gern vor­bei­ge­hen woll­te, die in einem Boot saßen (Matth. 14,22ff). Dass eine Per­son wirk­lich auf dem Was­ser geht, kann ich mich nicht erklä­ren. Da muss ich den Augen­zeu­gen ver­trau­en, die das erlebt und spä­ter schrift­lich fest­ge­hal­ten haben.

Un dann hängt beim christ­li­chen Glau­ben auch viel davon ab, ob ich – neben bestimm­ten Ereig­nis­sen – auf das Wort Jesu Chris­ti ver­traue. Denn Jesus ist z.B. gekreu­zigt wor­den. Das ist eine unstrit­te­ne Tat­sa­che. Aber dass dadurch die Tren­nung eines Menschn von Gott, sei­ne Schuld und sein Eigen­sinn auf­ge­ho­ben wer­den, wenn der Mensch Jesus ver­traut und sei­nen dies­be­züg­li­chen Ver­spre­chen glaubt, das ist noch ein­mal eine ganz ande­re Sache. Da ist wirk­lich »Zuver­sicht« und »Nicht­zwei­feln« erfor­der­lich!

Genau genom­men ist es sogar so, dass der christ­li­che Glau­be sich nicht aus spek­ta­ku­lä­ren Ereig­nis­sen speist, son­dern aus dem gele­se­nen und gehör­ten Wort Got­tes, das in der Bibel über­lie­fert wor­den ist. Von dort her kom­men die Zuver­sicht, die Hoff­nung und das Nicht­zwei­feln an dem, was man von Got­tes Zusa­gen und sei­nen Mög­lich­kei­ten und sei­ner neu­en Welt – bis jetzt – noch nicht sieht.

P.M.